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Pempelfort: Kunst auf Stromkästen soll Vandalismus verhindern

Pempelfort : Kunst auf Stromkästen soll Vandalismus verhindern

Viele Kästen sind verschmutzt oder verklebt. Die Bezirksvertretung 1 will diese Entwicklung mit einem Pilotprojekt stoppen.

An jeder zweiten Straßenecke stehen die weiß-grauen Schaltkästen. Meist sind sie mit Stickern beklebt, mit Graffiti besprüht oder mit der Zeit einfach verdreckt. Die Bezirksvertretung 1 setzt sich seit geraumer Zeit für eine alternative Nutzung der Schaltkästen ein - nun zeigen die Bemühungen erste Erfolge.

In Kooperation mit dem Verein Farbfieber und dem Düsseldorfer Künstler Klaus Klinger startete ein Pilotprojekt, das das Stadtbild verschönern soll. Dafür stellte die Bezirksvertretung ein Budget von 2000 Euro zu Verfügung, mit dem Künstler und Materialien bezahlt wurden. Jetzt verschönerten sie die ersten vier Schaltkästen an der Nordstraße und wurden dabei von Bezirksbürgermeisterin Marina Spillner unterstützt. Diese verteilte Flyer, beantwortete Fragen von interessierten Bürgern und sammelte Anregungen für weitere Verschönerungsaktionen.

Der Prozess hin zu einer Genehmigung für das Projekt sei sehr langwierig gewesen, sagte Spillner. Da die Schaltkästen entweder der Rheinbahn, den Stadtwerken oder der Telekom gehörten, sei es kompliziert gewesen, die jeweilige Erlaubnis einzuholen. "In anderen Städten gibt es vergleichbare Aktionen schon seit Jahren. Wir haben aus der Bevölkerung nur positive Rückmeldungen bekommen", sagte Spillner.

Klaus Klinger ist ein populärer Künstler im Bereich Wandmalerei - in Düsseldorf gestaltete er unter anderem die Kieferstraße im Streetart-Stil. Er studierte an der Kunstakademie und ist durch seine Kunstprojekte weltweit bekannt. Klinger plädiert dafür, alle Schaltkästen in der Stadt für Künstler freizugeben. Das wäre die effektivste Vorbeugung gegen Vandalismus und Verschmutzung.

Viele Bürger informierten sich über das Pilotprojekt und zeigten sich überwiegend angetan. "Bei uns um die Ecke wurde vor kurzem die Wand eines Kindergartens künstlerisch gestaltet. Seitdem gibt es dort keine Schmierereien mehr", sagte Ruth Steinmetz (80). Das Projekt sei ein großer Gewinn für das Stadtbild und könne gerne ausgeweitet werden. Spillner hat genau das vor - als nächstes sollen Schaltkästen an der Kölner- und Duisburger Straße und in der Altstadt bearbeitet werden. In Zukunft sollten die Verschönerungen jedoch besser mit der Düsseldorfer Polizei abgesprochen werden.

(RP)