Zum Sprachenabend ins Café Saffran´s : Sprachen-Hopping in Pempelfort

Sonntagabends ist Fremdsprachenzeit im Café Saffran’s. An jedem Tisch wird eine andere Sprache gesprochen.

Es ist viel los beim Sprachenabend. Um 18 Uhr kommen rund 50 Fremdsprachenfans. Ihr Ziel: Sprachtraining, neue Vokabeln und nette Gespräche. Kleine Fähnchen auf den Tischen zeigen die Sprache an. Und so dauert es einen kurzen Moment, bis die Teilnehmer zum Start den richtigen Tisch finden und sich orientieren. Schon die Suche startet kommunikativ: Wo ist der Englisch-Tisch? Wer will Spanisch sprechen? Ist Japanisch im Angebot?

Claudia Falz ist zum ersten Mal dabei und möchte Italienisch lernen. Doch sie macht kurz am Englisch-Tisch Station. „Ich bin neugierig, wie das funktioniert“, sagt sie. Auch Eyad Dawood ist zum ersten Mal da. „Ich spreche drei Sprachen und möchte jetzt meine Spanischkenntnisse verbessern.“ Schnell findet Dawood den richtigen Tisch und dort auch die ersten Gesprächspartner. Unkompliziert ist die Teilnahme, das Angebot kostenlos. Wer eine Fremdsprache spricht, sucht sich den passenden Tisch und kann loslegen.

Ohne Voranmeldung können Interessierte vorbeikommen. Manche melden sich online auf der Plattform „meetup Düsseldorf“ unter der Kategorie Sprachstammtische zum Sprachenabend Düsseldorf an. Wer mag, wechselt Tisch und Sprache am Abend. Zuhören, mitsprechen, nachfragen – alles ist erlaubt. Andrea Christenhuis (41) organisiert den Sprachenabend Düsseldorf. Die Idee dazu brachte sie aus Leipzig mit. Beim Besuch der Buchmesse hatte sie selbst in der Stadt einen Sprachenabend entdeckt und war sofort begeistert. „Es war so witzig und so toll, dann dachte ich, dass muss ich in Düsseldorf auch organisieren“, sagt sie.

Im November 2010 startete sie in Düsseldorf ihren eigenen Sprachenabend – zunächst mit Freunden. Darüber hinaus betreibt sie auch einige weitere Sprachstammtische in der Stadt. Sonntags sind im Café Saffran’s aber gleich mehrere Sprachen im Angebot. „Die Idee ist, dass man Fremdsprachen üben und natürlich auch neue Leute kennenlernen kann“, sagt Andrea Christenhuis, die ein Studium für Literaturübersetzungen absolvierte. Sie selbst hat gerade mit der siebten Fremdsprache begonnen.

Es gibt sonntags immer einen großen Tisch für Englisch und einen für Deutsch: „Es kommen auch viele Ausländer hierhin, die Deutsch lernen wollen“, sagt sie. Ansonsten richtet sich das Angebot danach, welche Sprachen die Teilnehmer sprechen. „Hei“ begrüßen sich die Gäste am Schwedisch-Tisch. Manuela Koch mag die Atmosphäre: „Hier gibt es die Gelegenheit, die Sprache zu sprechen“, sagt sie. Am Nachbartisch steht Japanisch auf dem Programm. Schnell hat sich der Raum gefüllt, an manchen Tischen fehlen schon Stühle. Jeder kommt mit jedem ins Gespräch. Die Lust an Fremdsprachen und neuen Vokabeln verbindet.

„Wir haben hier sämtliche Altersklassen. Schüler, Studenten, Azubis bis hin zu Rentnern, ganz gemischt, Männer und Frauen“, sagt die Organisatorin. Ihre Erfahrung zeigt: Wer mit mehreren Leuten zusammensitzt und etwas erzählen will, der muss auch in der fremden Sprache sprechen und üben. Nicht immer sind auch Muttersprachler dabei. So kann es vorkommen, dass fünf Deutsche an einem Tisch beim Sprachenabend niederländisch miteinander reden. „Man muss sich trauen und einfach mal anfangen“, weiß die Gastgeberin.

Viele Gäste sind engagiert bei der Sache, lautes Stimmengewirr klingt durch den Raum. Der Brite Peter Foster kommt schon seit drei Jahren: „Es ist sehr international, man trifft hier Leute aus der ganzen Welt“, sagt er. Er unterhält sich neben seiner Muttersprache außerdem auf Schwyzerdütsch, Spanisch und Französisch. „Es ist auch wichtig für viele, hier Kontakte zu finden“, sagt er. „Wer bist du? Woher kommst du? Was machst du?“ – das sind die typischen Fragen zum Einstieg. Die Themen gehen an den Tischen nicht aus und sind immer vielfältig. „Ein Syrer hat uns hier auch von seiner Flucht erzählt“, sagt Andrea Christenhuis.

Manchmal kommt am Sprachenabend auch ein Esperanto-Tisch zustande, hin und wieder sind exotische Sprachen vertreten. Eine Garantie dafür gibt es allerdings nicht. Deshalb lohnt es sich vorbeizuschauen und sein Vokabular entlang der bunt gemischten Tische auszuprobieren oder aufzufrischen. „Manchmal setzt sich auch jemand dazu, um einfach mal zu hören, wie eine Sprache klingt“, sagt Andrea Christenhuis. Düsseldorf sei sehr international und biete eine große Sprachvielfalt. Von Tisch zu Tisch ist das unüberhörbar.