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Düsseldorf: Spaziergänger findet gestohlene Stolpersteine im Hofgarten

Gedenken in Düsseldorf : Spaziergänger findet gestohlene Stolpersteine im Hofgarten

Die beiden Stolpersteine, die vergangene Woche in Düsseldorf-Pempelfort aus dem Gehweg gegraben wurden, sind wieder aufgetaucht. Jetzt sollen sie neu verlegt werden.

Rund eine Woche nach ihrem Verschwinden von der Venloer Straße sind zwei Stolpersteine ganz in der Nähe wieder aufgetaucht. Ein Spaziergänger fand die messingbeschichteten Steine am Mittwochabend in einem Gebüsch im Hofgarten nahe der Inselstraße und brachte sie zur Polizei.

Wer die Gedenksteine gestohlen hat, ist unklar. Der polizeiliche Staatsschutz schließt nicht aus, dass der Dieb die Steine auch aufgrund der großen öffentlichen Aufmerksamkeit, die der Diebstahl verursacht hatte, im Hofgarten entsorgte.  Bastian Fleermann, Leiter der Mahn- und Gedenkstätte hat diese Aufmerksamkeit sehr beeindruckt und berührt.

„Menschen haben spontan Blumen und Kerzen an die Stelle gebracht, wie bekamen auch Spendenangebote für Ersatzsteine.“ 100-fach waren Fleermanns Beiträge auch über das Schicksal der Familie Back in den sozialen Netzwerken geteilt worden. „Auch das dürfen wir aus diesem unschönen Vorfall mitnehmen,“ sagt Fleermann: „Es ist dem Dieb nicht gelungen, die Erinnerung an die Familie auszulöschen – die Solidarität und Anteilnahme der Düsseldorfer ist  wirklich groß.“

Die Mahn- und Gedenkstätte will die Stolpersteine nun so schnell wie möglich wieder an ihren Platz bringen. Das soll aber nicht in aller Stille, sondern mit einer ordentlichen Zeremonie geschehen, verspricht Fleermann, der die Stolpersteine am Freitag mit seiner Kollegin Astrid Hirsch bei der Polizei abholte und sie in „erstaunlich gutem Zustand“ in Empfang nahm.

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Hirsch betreut bei der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf das Stolperstein-Projekt des Künstlers Gunter Demnig. Er markiert seit 1996 europaweit mit solchen Steinen die Wohnorte im Dritten Reich verschleppter Menschen. 

An der Venloer Straße erinnerten die Steine, die am Mittwoch zuvor zwischen 18 und 19 Uhr aus dem Gehweg gegraben wurden, an das Ehepaar Max und Berta Back, dessen Wohnung im Novemberpogrom  1938  überfallen und zerstört wurde. Der frühere Druckereibesitzer und seine Frau wurden von der Gestapo drangsaliert bis sie 1941 deportiert wurden. Max Back starb 68-jährig im Sommer 1942 im Ghetto Lodz, Berta Back wurde 1944 im Vernichtungslager Chelmo ermordet. Sie wurde 59 Jahre alt.