Düsseldorf-Pempelfort: Radspur auf Klever Straße eingerichtet

Verkehr in Düsseldorf : Radspur auf Klever Straße eingerichtet

Die Stadt Düsseldorf den Asphalt auf der Klever Straße markiert. Viele Radfahrer freuen sich über die neue Sicherheit. Die geplante Protected Bike Lane lässt allerdings noch auf sich warten.

Schneeweiß sind die Streifen und Fahrrad-Piktogramme, die die Stadt am Wochenende auf den Asphalt der Klever Straße gepinselt hat. Ein Provisorium – darauf hatte sich die Politik Anfang des Jahres verständigt, nachdem CDU und FDP Kritik geäußert hatten an der geplanten Protected Bike Lane – ein geschützter Radweg, der baulich von der Autospur abgegrenzt ist und zwischen Parkstreifen und Gehweg verläuft.

Obwohl den Autofahrern seit gestern nur noch zwei Spuren auf der Klever Straße zur Verfügung stehen, rollt der Verkehr. Selbst an den Kreuzungen gibt es keinen Rückstau.

Lisa hat sich für den Bau von Radwegen bereits beim Oberbürgermeister eingesetzt. Bei ihrer ersten Fahrt auf der Sonderspur ist sie sogar mit einem neuen Rad unterwegs. Foto: Julia Mihajlovski

Viele Radfahrer, die die Sonderspur am Mittag austesten, sind glücklich, sie fühlen sich sicher und befürworten die Trennung von Rad- und Autoverkehr. „Ich bin begeistert. Ich hatte beim Radfahren immer Angst um mein Leben – es ist ein Wunder, dass ich das 14 Jahre lang überlebt habe“, sagt Annette Reum, die vor allem den rund 50 Zentimeter breiten Abstand zu den Parkplätzen schätzt – dadurch würden Kollisionen mit Autofahrern, die unachtsam die Türen öffnen, vermieden.

Lisa ist fast nur auf dem Rad unterwegs und setzt sich schon seit einiger Zeit für den Ausbau von radgerechten Wegen in der Stadt ein. An der neuen Spur auf der Klever Straße habe sie nichts auszusetzen und sie hofft, dass die Stadt weiterhin daran arbeitet, den Umstieg vom Auto aufs Rad attraktiver zu gestalten.

Dass es nicht nur sicher für Radfahrer ist, sondern auch für Fußgänger und Autofahrer, dafür plädiert Renate, die selbst schon oft von Radlern aus dem Weg geklingelt wurde. Foto: Julia Mihajlovski

Trotzdem sind am ersten Tag immer wieder Radfahrer zu beobachten, die auf dem Bürgersteig fahren, obwohl die Spur nicht durch parkende Lieferwagen oder Autos versperrt ist. Guido und Renate appellieren deshalb auch noch einmal an alle, die neue Spur wirklich zu nutzen, damit auch die Fußgänger in Pempelfort auf der sicheren Seite sind.

Mehr als einen Kilometer lang ist die Sonderspur, die zwischen Cecilienallee und Eulerstraße über Klever und ein kurzes Stück der Jülicher Straße markiert ist. Mit der eigenen Fahrspur soll vor allem das Sicherheitsgefühl der Radfahrer gestärkt werden. Dadurch hofft die Politik, dass mehr Menschen aufs Rad umsteigen. Es gebe genug Menschen, die ungern mit dem Rad im fließenden Verkehr fahren; die sollen mit einer solchen Spur angesprochen werden, sagte Bezirksbürgermeisterin Marina Spillner (SPD), als das Projekt Ende letzten Jahres vorgestellt wurde.

Dass Angebote geschaffen werden müssen, das unterstützt auch André Simon von der CDU. Die Union fürchtete aber um die Leistungsfähigkeit der Straße, weil eine Fahrspur für den Radweg wegfällt. Sie beantragte, zunächst für ein Jahr einen Radstreifen auszuprobieren. Mit diesem Vorstoß scheiterten die Politiker. Gegen den Radweg votierte auch die FDP. Man habe gedacht, bei der Spur handele es sich um einen Versuch, sagte Fraktionschef Manfred Neuenhaus im Januar. Mit rot-rot-grüner Mehrheit gab es aber grünes Licht für die Protected Bike Lane.

Annette Reum ist sehr zufrieden mit der eigenen Spur auf der Klever Straße. Sie hat bei ihrer ersten Fahrt schon deutlich mehr Radler gesehen als sonst. Foto: Julia Mihajlovski

In einem ersten Schritt ist jetzt jeweils auf der rechten Fahrspur ein provisorischer Radstreifen angelegt worden. In einem zweiten Schritt soll der Radweg als eine baulich getrennte Radverkehrsanlage, eine sogenannte Protected Bike Lane, geplant und ausgebaut werden. Dieser geschützte Radweg kommt aber frühestens 2020.

Deshalb hat die Straße von Cecilienallee bis zur Eulerstraße erst mal einen provisorischen Radweg erhalten. So könne man auch die verkehrlichen Konsequenzen am praktischen Beispiel beurteilen, waren sich die zuständigen Gremien – die Bezirksvertretung 1 und Verkehrsausschuss – schließlich einig.

Am Wochenende hatte die Stadt den Bereich Klever-/Fischerstraße in Teilen gesperrt, um die Markierungen für den neuen Fahrradweg zu machen. Foto: Hans-Juergen Bauer (hjba)

Besonders problematisch wird es aus Sicht der CDU am Kolpingplatz, weil aus den Schrägparkbuchten Längsparkplätze werden sollen, „somit Plätze wegfallen würden“, sagt André Simon, der auch Nachteile an der Bushaltestelle sieht. Das Wartehäuschen soll auf die rechte Fahrbahn, auf der mittleren würde der Bus halten. Übrig wäre dann nur noch eine Spur für Pkw.