Düsseldorf-Pempelfort: Ein Tisch wie selbst gemacht

Kommen und Gehen : Tische fast wie selbst gemacht

Fatmir Bunjaku und seine Frau haben das „Tisch Quartier“ eröffnet. Farbe, Form und Tischbeine können die Kunden selbst zusammenstellen. Möbel hat das Paar aber nicht immer verkauft.

Wenn Fatmir Bunjaku und seine Frau Helen Seeger-Meiss jemanden nach Hause zum Essen einladen, wundern sich viele Gäste über den Esstisch des Paars: 15 Jahre alt, ein bisschen wackelig, ein Bein mit Panzertape geklebt. „Wir haben einfach keine Zeit gehabt bisher“, sagt der 50-Jährige, für den seit drei Jahren Möbel sein Beruf sind. Aber: „Wir sind so mit unserem Geschäft beschäftigt“, sagt Bunjaku. Denn das Paar hat vor Kurzem seinen vierten Laden eröffnet, das „Tisch Quartier“ in Pempelfort, das ein bisschen anders ist als das übrige Konzept, als „Feeling 4 Home“, in dem es Schränke und Sideboards gibt, Sofas und Lampen. Im „Tisch Quartier“ stehen fast ausschließlich – so wie es der Name schon sagt – Tische. Massiv, aus Eichenholz oder recyceltem Teakholz, in allen Größen und Formen. Oval, rund, eckig – „alle unbehandelt“, sagt Bunjaku. „Der Kunde kann selbst wählen, welche Farbe er möchte, ob Öl oder Wachs oder ein Muster“, erzählt der 50-Jährige. Und sich dazu auch noch die Tischbeine aussuchen.

300 Platten stehen im Laden an der Marschallstraße, der aussieht wie eine alte Fabrikhalle. Rohre verlaufen unter der Decke, die Wände sind nicht verputzt. Das ist so gewollt – Industrie-Chic sei im Trend. Früher nutzte Bunjaku die Räume als Lager – zu schade, fand seine Frau. „Sie wollte was draus machen“, erzählt Fatmir Bunjaku, der die Sommerferien nutzte für den Umbau. Viel hat er selbst gemacht, vor allem Tische und Stühle geschleppt.

Dass das Paar einmal Möbel verkaufen würde, das hätte vor zehn Jahren niemand gedacht: „Wir haben früher Solaranlagen gebaut“, sagt Bunjaku. Als der Staat die ersten Subventionen strich, „haben wir das deutlich gespürt“. Fatmir Bunjaku und Helen Seeger-Meiss, die vier Kinder haben (22, 20-jährige Zwillinge, 16), mussten sich etwas überlegen und kamen im Urlaub auf eine Idee, „als wir auf die wunderbaren Holzarbeiten dort stießen“. Im Kosovo hat die Familie ein Ferienhaus, Fatmir Bunjaku selbst ist im ehemaligen Jugoslawien geboren. Er studierte Sport, wurde von der Armee eingezogen und im Krieg verwundet. „Ich bin nach Deutschland gekommen, um gesund zu werden“, sagt Bunjaku, der sich schließlich Hals über Kopf verliebte – in Helen Seeger-Meiss. Die Kontakte in die Heimat aber blieben, die Verbindung zu Land und Leuten. „Wir fingen mit kleinen Couch- und Stehtischen an“, erzählt der 50-Jährige, im ersten Laden in Viersen. Bald kamen Krefeld und Düsseldorf dazu, und das Projekt wurde größer. Wichtig ist dem Paar, dass es nachhaltig produzierte Möbel verkauft, „für uns werden keine Wälder abgeholzt“, sagt Fatmir Bunjaku.

Tisch Quartier Marschallstraße 17, geöffnet: Montag, 11 bis 19 Uhr, Donnerstag, 15 bis 20.30 Uhr, Samstag, 10 bis 17 Uhr

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