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Pempelfort: Diebe legen E-Rolli eines 90-Jährigen lahm

Pempelfort : Diebe legen E-Rolli eines 90-Jährigen lahm

Zum zweiten Mal wurde die Ladeeinheit für das Gefährt aus dem Hausflur an der Duisburger Straße gestohlen. Dabei ist die für die Täter nutzlos. Jetzt appelliert der Sohn des Rentners: "Bitte bringt das Teil zurück."

Für Rentner Julius G. (Name geändert) ist der Elektro-Scooter mehr als nur ein Fahrzeug. Ohne ihn kommt der 90-Jährige nicht mehr aus dem Haus. Der Senior ist krank, braucht ein mobiles Sauerstoffgerät, und das ist zum Tragen zu schwer. Für einen Rollator reicht die Kraft seiner Beine nicht mehr aus - da war das Gefährt von Trendmobil, das er seit einigen Jahren hat, ein echter Segen. Es garantiert seine Mobilität und damit auch ein großes Stück Selbstständigkeit. Doch damit ist jetzt erst einmal Schluss: Unbekannte haben am Donnerstag das spezielle Ladegerät für das Elektromobil gestohlen. Ohne das ist der Akku leer, das Mobil nutzlos und Julius G,. zuhause eingesperrt. Ein Ersatzteil kostet rund 500 Euro, die der Rentner nun nicht gerade übrig hat. Zumal er erst im Februar ein neues kaufen musste.

"Der Vermieter hat extra für meinen Vater einen Stromanschluss ins Treppenhaus legen lassen, so dass der Scooter dort aufgeladen werden kann", sagt der Sohn des 90-Jährigen. Die Ladeeinheit wurde im Briefkasten verstaut - und der ist in der Nacht vom 15. zum 16. Februar aufgebrochen worden, das Ladegerät verschwunden. "Völlig unverständlich, wie jemand so etwas stehlen kann, worauf ein anderer ganz offensichtlich angewiesen ist", sagt Polizeisprecherin Susanna Heusgen. Zumal das Ladegerät an sich völlig nutzlos ist, wie G.s Sohn betont. "Es passt ausschließlich zu dem Trendmobil-Typ, den mein Vater hat."

Dass ein anderer Kranker, der einen solchen Rollstuhl besitzt, das Ladegerät dafür stehlen würde, darf wohl ausgeschlossen werden. Eher könnte ein Gelegenheitsdieb in dem Haus an der Duisburger Straße das elektronische Bauteil für wertvoll gehalten und deshalb mitgenommen haben. Das vermuten zumindest Julius G. und sein Sohn. Nach dem ersten Diebstahl im Februar hat die Krankenkasse nach einigem Hin und Her ein neues Ladegerät bezahlt. "Ob sie das jetzt noch einmal tut, ist ungewiss", sagt der Sohn. Irgendwann am Donnerstag ist der Briefkasten mit der Stromversorgung erneut aufgebrochen und ausgeräumt worden. "Jetzt kann mein Vater bei dem schönen Wetter nicht mal ein bisschen im Hofgarten spazieren fahren", sagt der Sohn.

Noch hat G. den erneuten Diebstahl nicht bei der Polizei angezeigt, deren Ermittlungen im Februar ins Leere gelaufen waren. Vielleicht, hofft er, lässt sich der Fall ja auch anders klären. Er appelliert an den Täter, das für ihn nutzlose Ladegerät zurückzubringen. "Bevor es irgendwo in einem Mülleimer landet, wäre es nur fair, das Gerät irgendwo abzugeben, mit einem Zettel, auf dem die Adresse meines Vaters steht." Weil der Dieb vermutlich keine Polizeiwache aufsuchen will, könnte er es stattdessen zurück zum Haus Duisburger Straße 133 bringen, wo er es entwendet hat. Dann würde der Rentner auf eine Strafverfolgung sogar verzichten.

(RP)