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Die Kneipe Sternschnuppe in Düsseldorf hat einen neuen Betreiber.

kommen und gehen : Die Sternschnuppe hat einen neuen Pächter

Das Konzept der Traditionsgaststätte wird fortgesetzt. Wein und Nachhaltigkeit spielen aber nun eine größere Rolle.

Jean Gimbel hat sich in einem Alter, in dem andere ihr Arbeitsleben beenden, einen Jugendtraum erfüllt. Der 66-Jährige hat im August die Kneipe Sternschnuppe an der Ecke Sternstraße/Kaiserstraße übernommen. „Durch Zufall habe ich erfahren, dass mein Vorgänger nach elf Jahren aus privaten Gründen aufhört und mich um die Nachfolge beworben.“ Den Zuschlag hat Gimbel wohl erhalten, weil er das alte Konzept der Gaststätte fortführen wollte, denn diese existiert bereits seit mehr als 100 Jahren. Sie war schon immer ein beliebter Treffpunkt der Bürger. Sonntags nach der Kirche kehrten diese mit ihren Familien ein und zum Feierabend trafen sich dort Handwerker und Beamte zu einem Bier. Der heutige Gastraum der Sternschnuppe war früher die „Bierschwemme“.

Bier spielt, wie es sich für eine Kneipe gehört, immer noch eine wichtige Rolle. Gimbel hat aber das Getränkeangebot erweitert und bietet mehrere österreichische Obstbrände und 23 verschiedene Weine an. Und damit er beurteilen kann, was er da ausschenkt, hat er einen Kurs zum Assistant Sommelier besucht. Denn bislang hat Gimbel die Gastronomie nur als Gast erlebt, da er zuvor als Handelsvertreter für hochwertige Damenoberbekleidung gearbeitet hat. „Menschenkenntnis und Kontaktfreudigkeit braucht man aber in beiden Berufen“, sagt Gimbel.

Er steht selbst in der Küche. „Kochen ist seit mehr als 40 Jahren mein Hobby. Da musste ich nur die Logistik lernen, also wie man gleichzeitig sechs Gerichte fertigstellt.“ Dabei legt der Pempelforter Wert auf regionale Qualität, kauft einen Großteil seiner Ware auf dem Bauernmarkt am Kolpingplatz ein. Das Fleisch kommt von einer befreundeten Metzgerei in der Nähe von Düsseldorf. Der Familienbetrieb zieht die Tiere selbst groß. Daraus bereitet er eine gutbürgerliche deutsch-österreichische Küche zu. Im Angebot sind beispielsweise Rouladen mit Rahmwirsing (14,90 Euro) oder eine Frikadelle mit Bratkartoffeln und Gurkensalat (9,50 Euro).

„Wie viel Arbeit rund um das eigentliche Geschäft anfällt, wie der Einkauf und die Buchhaltung, das habe ich unterschätzt“, gesteht Gimbel ein. Auch wie viel Knochenarbeit als Wirt geleistet werden muss. Zwölf Kilo Gewicht hat er in den letzten Monaten verloren. „Ich bewege mich mehr und habe wenig Zeit zum Essen.“ Dennoch würde Gimbel den Schritt in die Gastronomie wieder tun und hat auch weitere Pläne. „Im neuen Jahr wollen wir einmal im Monat Live-Musik bieten.“

Sternschnuppe, Sternstraße 2/Ecke Kaiserstraße, Öffnungszeiten dienstags bis samstags von 16 bis 24 Uhr. Sonntags, montags, feiertags und Heiligabend geschlossen. Am 31. Dezember gibt es ein Buffet nur auf Vorbestellung. Infos unter www.sternschnuppe-duesseldorf.de