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Urdenbach: OSD holte 100 Leute vom Eis

Urdenbach : OSD holte 100 Leute vom Eis

Das Winterwetter lockte Sonntag viele Familien zum Eislaufen auf eine überfrorene Rinderweide in den Kämpen. Der Ordnungsdienst holte Väter, Mütter und Kinder vom Eis. RP-Leser finden die OSD-Aktion überzogen.

Das eisige Winterwetter hat nicht nur Schattenseiten; endlich kann man wieder die Schlittschuhe schnüren und bei Sonnenschein Pirouetten drehen. Wie Rentner Heinrich Ratjen, der sich gestern zum ersten Mal nach zehn Jahren aufs Eis wagte – auf den Spiegelweiher in Benrath.

Wobei die Feuerwehr das frisch entdeckte Hobby vieler Düsseldorfer nicht eben gerne sieht und immer wieder darauf verweist, wie gefährlich es weiterhin ist, zugefrorene Gewässer zu betreten. Das sieht man auch beim städtischen Ordnungsdienst ähnlich. Mit drei Einsatzfahrzeugen waren die OSDler am Sonntag in die Urdenbacher Kämpe gefahren, um Schlittschuhläufer zu verscheuchen. "Wir haben einen Anruf in der Leitstelle erhalten, dass in der Kämpe Eis gelaufen wird", sagte ein Sprecher der Stadt Düsseldorf auf Anfrage.

Nicht Haus Bürgel rief den OSD

Obwohl man bei der Biologischen Station Haus Bürgel das Betreten der Eisfläche im Naturschutzgebiet kritisch sieht, "haben wir das Ordnungsamt aber nicht gerufen", sagte deren Mitarbeiter Ralf Badkte unserer Zeitung. Er weist darauf hin, dass es verboten ist, sich im Naturschutzgebiet abseits der Wege aufzuhalten. Und die vereisten Wasserflächen lägen eindeutig abseits der Wege.

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Wobei Badtke sogar nachvollziehen kann, dass Eislaufen in dieser schönen Landschaft reizvoll ist. "Das Problem ist, dass die Tiere sich gerade in ihrer dringend benötigten Winterruhe befinden", erläutert der Mitarbeiter der Biologischen Station. Diese würde durch die Schlittschuhläufer gestört. Kein Verständnis hat er aber für Menschen, die das Naturschutzgebiet genießen wollen, dazu aber mit dem eigenen Auto die Feldwege entlang fahren und den Wagen mitten in der Kämpe abstellen, nur um nicht weit laufen zu müssen.

20 Kennzeichen schrieben die Mitarbeiter des OSD am Sonntag auf. Alle Halter müssen damit rechnen, dass ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet wird. Die rund 100 vom Eis geschickten Männer, Frauen und Kinder kamen mit einer Belehrung davon. Bei sechs von ihnen, die sich zunächst weigerten, die Eisfläche zu verlassen, fiel diese ein bisschen deutlicher aus, berichtete die Pressestelle weiter: "Neben dem Schutz der Urdenbacher Kämpe ging es auch um die Sicherheit der Schlittschuhläufer. Die Fläche war nicht zum Betreten freigegeben."

Urdenbacher Leben wie früher

Allerdings macht die Stadt das generell nicht und hat darum die Uferbereiche von Gewässern mit Verbotsschildern versehen – als Haftungsausschluss. Allerdings gilt das nicht im Naturschutzgebiet des Rheinufers.

Der Urdenbacher Fred Suchantke ärgerte sich gegenüber unserer Zeitung gestern massiv über den OSD-Einsatz: "Der war total übertrieben. Die Leute sind auf einer vom Hochwasser überfluteten Rinderweide gelaufen. Das zählt für mich nicht unter Naturschutz." Es sei wie früher gewesen, schwärmte Suchantke, der darauf hinweist, wie selten es inzwischen vorkomme, dass man in der Kämpe eislaufen könne: "Das war Urdenbacher Leben wie früher. Die Mütter hatten Kaffee und Kakao dabei." Und auch RP-Leser Klaus Richard Menken kann über die OSD-Aktion nur den Kopf schütteln: "Ich dachte immer, diese Mentalität 'Ballspielen verboten' hätten wir überwunden.

(RP)