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Golzheim: Ortsbild Golzheims soll erhalten bleiben

Golzheim : Ortsbild Golzheims soll erhalten bleiben

Das Stadtplanungsamt hat ein vorläufiges Plankonzept zur Gestaltung der historischen Siedlung vorgestellt. Die Anwohner fordern noch strengere Vorschriften zum Schutz des einheitlichen Erscheinungsbildes.

Freistehende Einfamilienhäuser aus weißen Ziegeln, gepflegte Grünanlagen und schmale Wohnstraßen – die "weiße Siedlung" im Norden des Stadtteils ist ein historisches Beispiel für einheitlichen Siedlungsbau. In den letzten Jahren wurde die Architektur durch Neu- und Zubauten jedoch immer wieder empfindlich gestört. Daher bemüht sich das Stadtplanungsamt derzeit, das geltende Planungsrecht für die Siedlung durch einen neuen Bebauungsplan und eine zusätzliche "Denkmalbereichssatzung" neu zu regeln. Nach einer umfangreichen Bestandsaufnahme wurden die vorläufigen Entwürfe jetzt bei einer Bürgeranhörung vorgestellt und mit rund 80 Anwohnern diskutiert.

Der neue Bebauungsplan soll sicherstellen, dass alle zukünftigen Veränderungen mit dem architektonischen Stil der Ursprungssiedlung vereinbar sind. 1937 wurden die ersten 84 Häuser in der Ausstellung "Schaffendes Volk" als Mustersiedlung für den Städtebau präsentiert. In den 50er und 60er Jahren wurde das Wohngebiet in dieser traditionellen Bauweise erweitert. Heute zählt die "weiße Siedlung" 150 Einfamilienhäuser. "Die Anwohner schätzen die lange Tradition ihrer Heimat", sagt Kirsten Steffens, Bereichsleiterin des Stadtplanungsamtes. "Daher wollen wir alle Anregungen aufnehmen und versuchen, die Ideen in unsere Pläne mit einfließen zu lassen."

Um die kontrollierte Bebauung des 16 Hektar großen Plangebiets zu gewährleisten, sollen die bisherigen Regelungen bestehen bleiben und teilweise sogar verschärft werden. In der Siedlung sind weiterhin nur Wohnhäuser sowie "allgemeine Wohngebiete" zulässig. Damit sind Gebäude gemeint, in denen Hotels, kleinere Läden oder Gastronomie das Ortsbild und die Ruhe nicht auffällig beeinflussen. Auch die "Eingeschossigkeit" und die weißen Fassaden sollen weiterhin das Pflichtmerkmal der Siedlung bleiben. Diese Vorschriften wurden in der Vergangenheit jedoch oftmals umgangen. Planloser Garagenbau oder unterschiedliche Baumaterialien – beispielsweise die Ergänzung der Mauern durch metallische Vorrichtungen – verleihen einigen Häusern ein willkürliches Eigenleben. "In unserem neuen Entwurf sollen die maximale Ausnutzung der Grundstücke und alle Freiflächen verbindlich definiert werden", so Davina Schulz vom Planungsamt. Darüber hinaus sollen nur zwei "Wohneinheiten" für jedes Einfamilienhaus zugelassen werden, allerdings nach wie vor mit nur einem Haupteingang. Die Geometrie des dichten Straßennetzes wird durch die Regelung der "überbaubaren Grundstücksflächen" klar begrenzt.

Insgesamt begrüßten die Golzheimer die Initiative der Stadt. Allerdings sehen viele das Hauptproblem im Detail: Bisher seien etliche Neubauten, die nicht dem Stil des Ortes entsprechen, widerspruchslos genehmigt worden. Ein zwingender Denkmalschutz hätte dies rechtzeitig verhindern können. "Die neue Satzung wird feste Kriterien beinhalten, um dafür zu sorgen, dass dies zumindest in Zukunft nicht mehr passieren kann", versprach Kirsten Steffens. "Viel zu spät", meinen dagegen viele der Anwohner.

Der nächste Schritt im Planverfahren wird eine öffentliche Auslegung des Konzeptes im Stadtplanungsamt sein. Hier haben die Bürger dann einen Monat lang wieder die Möglichkeit, dazu Stellung zu nehmen. Anschließend erfolgt eine Prüfung der Vorschläge, bevor die Entwürfe durch den Stadtrat beschlossen werden. Mit der Veröffentlichung im Amtsblatt wird der Plan dann verbindlich.

(mro)