Heerdt : Ökotop feiert Weltkindertag

Lagerfeuer, Tonfiguren und selbst gemachter Apfelsaft – im Ökotop in Heerdt wurde am Sonntag der Weltkindertag gefeiert. Alle Aktionen hatten dabei besonders ein Ziel: Natur für die Kinder erlebbar machen.

Konzentriert sitzt Florian auf der großen Wiese des Heerdter Ökotops und befüllt vorsichtig einen Holzkasten mit Tannenzapfen, Stöcken und Stroh. "Ich baue ein Insektenhotel", erzählt der Elfjährige. "Das hängen wir im Garten auf und dann können da Insekten, zum Beispiel Wildbienen wohnen." Der Bau eines eigenen Insektenhotels, er war nur eine von vielen Aktionen und Spielen für Kinder am Sonntag beim großen Weltkindertags-Fest des Heerdter Ökotops.

"Kinder sind unsere Zukunft und es ist wichtig, dass sie die Natur kennenlernen", sagt Mattes Wallenfang vom Ökotop. Deshalb organisiert der Verein seit mehr als 20 Jahren einmal im Jahr das große Fest zum Weltkindertag. Das Ökotop selbst gibt es seit 25 Jahren. Der Verein, der derzeit aus rund 160 Mitgliedern besteht, ist ein Zusammenschluss von Bürgern, die sich ursprünglich für die Erhaltung des Gebiets als ökologischen Ausgleichsraum rund um Krefelder Straße und Böhlerweg einsetzten, und sich auch heute noch für Ökologie und Umwelt engagieren.

Natur erlebbar machen

Deshalb hatten am Sonntag auch alle Aktionen und Spiele für die Kinder vor allem ein Ziel: Natur erlebbar machen, ob beim Bau des Insektenhotels, dem Durchschreiten des Natur-Parcours mit nackten Füßen oder dem Kneten von Tonfiguren. Und auch die Nachhaltigkeit war ein Thema: Am Stand von Astrid Ropertz etwa wurde Schmuck aus alten Knöpfen gebastelt. "Der ist dann sozusagen recycelt und die Kinder lernen, dass man auch aus alten Sachen schöne Dinge herstellen kann und sind dabei gleichzeitig kreativ", sagt sie.

Viel Spaß beim Tonfigurenkneten hatten die zweijährige Noemi und ihr großer Bruder Pablo. "Ich finde das alles hier schön, kreativ und nett, dass so viele Leute das alles nur für Kinder machen", sagt der Siebenjährige. Gemeinsam mit ihrer Mutter Flavia Nebauer waren die beiden zu dem Fest gekommen. Für die Kinder war es der erste Besuch im Ökotop, Flavia Nebauer hingegen, kannte das Projekt bereits: "Ich habe mir hier schon einmal Inspirationen für meinen Garten geholt. Dass die Kinder heute in der Natur sind, ist eine schöne Abwechslung", sagt sie. Ähnlich ging es Barbara Lauxen. Per Zufall hatte sie von dem Fest erfahren und kam mit ihrem Sohn Tom ins Ökotop. "Es ist total gemütlich hier, und für meinen Sohn ist das richtig aufregend, als Stadtkind kennt er Dinge wie Stockbrotbacken gar nicht. Hier wird mit wenig Mitteln ein wirklich schönes Programm geboten", sagt sie.

Absolutes Highlight war für den vierjährigen Tom dabei vor allem eins: der selbstgepresste Apfelsaft, den der Verein den Kindern sponserte. Beim Natur-Parcours hingegen ging es darum, barfuß über verschiedene Materialien zu laufen und sie zu ertasten, wie Kies oder frisches Moos, und natürlich durfte auch der Klassiker nicht fehlen: Dosenwerfen. "Das hat mir richtig Spaß gemacht", sagt Tom.

(lai)