Oberkassel: Zwei Wohngebäude sollen Neubauten Platz machen

Oberkassel: Zwei Wohngebäude sollen Neubauten Platz machen

Linksrheinische Bezirksvertreter vertagten die Abstimmung über den Bauantrag für Mehr- und Einfamilienhäuser an der Quirinstraße.

Der Abbruch der aus dem Jahr 1950 stammenden Wohnhäuser Quirinstraße 7 und 9 mit 31 Wohnungen ist längst beschlossen. Die linksrheinischen Bezirksvertreter waren davon in Kenntnis gesetzt worden, da sie Abbruchgenehmigungen nur dann vorgelegt bekommen, wenn es sich um Häuser in Gebieten handelt, für die eine Erhaltenssatzung gilt. Trotzdem zögerten sie, den Bauantrag zum Neubau eines Mehrfamilienhauses, von vier Einfamilienhäusern sowie einer Tiefgarage zu akzeptieren. Mit den Worten "Wir entscheiden noch nicht", baten sie die Verwaltung um eine klare Darstellung der Abweichungen vom gültigen Bebauungsplan und verschoben die Beschlussfassung auf die Januar-Sitzung.

Geplant ist, entlang der Quirinstraße ein fünfgeschossiges Mehrfamilienhaus mit Satteldach und insgesamt 17 Wohnungen zu errichten. Im hinteren Teil des Grundstücks, auf dem sich eine Garagenanlage befindet, sind vier zweigeschossige Einfamilienhäuser mit Staffelgeschoss vorgesehen, zu denen man durch einen Durchgang im Vorderhaus gelangt. Die Zufahrt zur Tiefgarage mit 24 Stellplätzen, die unter dem Mehrfamilienhaus und den Einfamilienhäusern entstehen soll, wird im Vorderhaus angelegt. Ein Fahrradkeller und ein Spielplatz mit Sandkasten und Wiese sind ebenfalls eingeplant. Die Verwaltung geht davon aus, dass sich das Vorderhaus in Form und Proportion gut zwischen die Nachbargebäude Quirinstraße 5 und 11 einfügt.

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Unklarheiten gab es während der Sitzung wegen der Befreiungen vom Fluchtlinienplan aus dem Jahr 1938, weil der vorgesehene, acht Meter lange "Erker" (ein Gebäudeteil springt um fünf Meter zurück) um 1,20 Meter in den Straßenraum ragt. Die Aussage der Verwaltung, dass der Vorbau erst ab dem 1. Obergeschoss beginne und der Spielraum zur Straße fünf Meter betrage, überzeugte die Stadtteilpolitiker auf Anhieb nicht. Eine Weile wurde hin und her gerechnet, bis klar wurde, dass die Befreiung von der vorgeschriebenen Fluchtlinie 6,20 Meter sein werde - für die Bezirksvertreter ein Grund, noch einmal nachzuhaken, um die Sachlage klarer dargestellt zu bekommen.

Die Grünen sprachen zudem das Thema Bestandsmieter an. "Wie wird mit ihnen umgegangen?", fragte Grünensprecher Markus Loh. Es seien Mietaufhebungsverträge verschickt worden, mit vier Mietern werde noch verhandelt, teilte die Verwaltung mit. Von den insgesamt 31 Wohnungen stehen einige bereits leer. "Wir können zwar nicht bestimmen, wie mit den Mietern umgegangen wird, aber wir wollen bei dem Thema auf dem Laufenden gehalten werden", betonte Loh.

(RP)
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