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Theater an der Luegallee in Düsseldorf: Warum "Hummeln im Hintern" wichtig sind

Theater an der Luegallee in Düsseldorf : Warum "Hummeln im Hintern" wichtig sind

Ingrid Wanske und Eva Biermann sind im Oberkasseler Theater an der Luegallee in einer Revue übers Älterwerden zu sehen.

Was macht "Hummeln im Hintern, Schmetterlinge im Bauch" für Sie so reizvoll, dass Sie das Stück immer wieder spielen?

Wanske Weil es einfach Spaß macht, sich augenzwinkernd mit einem Thema zu beschäftigen, das heute eher mit einem Makel behaftet ist. Eva Biermann und ich haben es ja als Fortsetzung unseres Dauerbrenners "Ich will alles: Rheuma in den Knochen — Musik im Blut" geschrieben. Beide Produktionen haben einen gesellschaftskritischen Aspekt — es geht ums Älterwerden und Ältersein und um die Frage, wie man seinen Lebensabend absichert. Aber während die beiden Kunstfiguren Annabelle und Marie-Lou im Finale von "Ich will alles" um einen sicheren Platz im Altersheim kämpfen, wollen sie im zweiten Stück noch einmal etwas erleben. Und das tun sie mit sehr viel Fantasie — entfliehen dem Altersheim und gehen auf turbulente Weltreise. Mit "Hummeln im Hintern" wollen wir Mut machen und zeigen, dass Spaß und Lebensfreude nicht abhängig vom Alter sind.

Wem möchten Sie Mut machen?

Wanske Es gibt leider noch zu viele Menschen, die sich eher passiv mit ihrer Rolle als alternder oder alter Mensch abfinden. Die darauf verzichten, weiter aktiv an der Gesellschaft teilzunehmen und ihre Wehwehchen — quasi als Entschuldigung dafür — in den Vordergrund stellen. Andererseits gibt es auch Bereiche, in denen lebenserfahrene Menschen nicht mehr ernst genommen werden. Ich höre das recht häufig aus dem Gesundheitsbereich. Da heißt es oft "in Ihrem Alter ist das normal." Diese Pauschalaussage wird aber als sehr erniedrigend empfunden und hinterlässt eher den Eindruck, dass einem nicht mehr richtig zugehört wird, nur weil man ein gewisses Alter erreicht hat. Mit unseren Revuen möchten wir dazu anregen, sich eben nicht mit dem scheinbar Gegebenen einfach so abzufinden, sondern das Leben aktiv anzugehen und zu genießen.

Richtet sich das Stück rein an älteres Publikum?

Wanske Nein. Aktiv zu sein und mit Freude sein Leben zu gestalten, ist ein generationsübergreifendes Thema. Gerade mit "Hummeln im Hintern" erreichen wir auch viele junge Leute, die ohnehin unser kleines Theater immer häufiger entdecken und Spaß an unseren Produktionen haben.

Wie verändert sich ein selbst geschriebenes Stück im Lauf der Zeit?

wanske Wir entdecken mit jeder Wiederaufnahme neue Kleinigkeiten, die wir in die Inszenierung einfügen. Damit wird sie von Mal zu Mal voller und runder, steigert unsere Spielfreude und macht das Ergebnis immer leichter und spritziger.

Das Stück ist im Theater an der Luegallee 4 heute um 20 Uhr, So um 18 Uhr und Di bis Do, 13. Februar, 20 Uhr, zu sehen. Karten unter Tel. 572222.

(dkd)