Oberkassel Umbau Christus-König: Ende in Sicht

Oberkassel · Im September 2011 begannen die Arbeiten zum Umbau der ehemaligen Christus-König-Kirche in einen Kindergarten mit Familienzentrum. Nach einigen Verzögerungen wird mit Hochdruck am Innenausbau gearbeitet.

 Der Außenbereich des neuen Familienzentrums mit Kita ist bereits bepflanzt und mit Spielgeräten ausgestattet. Der ehemalige Glockenturm soll an dieser Stelle stehenbleiben. Die drei Glocken werden in der Löricker Kirche aufbewahrt.

Der Außenbereich des neuen Familienzentrums mit Kita ist bereits bepflanzt und mit Spielgeräten ausgestattet. Der ehemalige Glockenturm soll an dieser Stelle stehenbleiben. Die drei Glocken werden in der Löricker Kirche aufbewahrt.

Foto: Schaller,Bernd (bs)

Ebenso ungewöhnlich wie der Umbau des Heerdter Bunkers in ein Wohngebäude ist die Umwandlung der ehemaligen Kirche Christus König in ein Familienzentrum mit Kindergarten. Nach zwei Jahren Bauphase ist nun am Ende der Maasstraße das Finale eingeläutet. Verzögerungen gab es wegen Unklarheiten bezüglich des Denkmalschutzes und wegen des langen Winters, so dass die Arbeiten vorübergehend ruhen mussten.

 Die Buntglasfenster der Kirche wurden erhalten.

Die Buntglasfenster der Kirche wurden erhalten.

Foto: Bernd Schaller

Jetzt wird mit Hochdruck der Innenausbau vorangetrieben. "In der nächsten Woche soll die Ebene eins fertig sein", sagt der für den Ausbau zuständige Projektleiter Haimo Amen bei einem Rundgang über die Baustelle. Kein Wunder, dass an allen Ecken und Enden Arbeiter dabei sind, alles herzurichten, damit die ersten Kinder einziehen können. So ist die untere Ebene schon zum Teil eingerichtet. Jeweils zwei Kita-Gruppen sind auf drei Ebenen vorgesehen, so dass insgesamt sechs Gruppen mit Kindern im Alter von vier Monaten bis zu sechs Jahren betreut werden können. Für jede Gruppe gibt es einen großzügigen Gruppenraum, zwei Nebenräume, eine Küchenzeile sowie Sanitär-Anlage. Verbunden sind die Ebenen auch mit einem Aufzug.

Die ehemaligen Gemeinderäume im Erdgeschoss sind als Mehrzweckraum angelegt mit direktem Zugang zum Garten. Ein separater Eingang ermöglicht eine Nutzung in den Abendstunden und an den Wochenenden. Als Ersatz für Gruppen, die durch den Wegfall der ehemaligen Gemeinderäume heimatlos geworden sind. Amen: "Der Mehrzweckraum hat einen Sportboden bekommen, zum Beispiel für Gymnastik-Kurse." Zudem könne der Mehrzweckraum auch für Familienfeiern gemietet werden. Und im Erdgeschoss werde auch das Familienzentrum eingerichtet.

Wie im übrigen Gebäude ist auch im Gartengeschoss alles freundlich gehalten mit soliden Materialien und viel Licht. Durch die Fenster fällt der Blick auf die schon fertiggestellte Außenanlage der Kita mit Kletterhäuschen, Rutsche, Sandkasten und anderen Möglichkeiten für das Spiel im Freien. Der ehemalige Glockentrum am Rande des Außenbereiches soll, anders als einst gedacht, dort stehenbleiben in Erinnerung an die ehemalige Kirche. "Er wird wieder hergerichtet", so Amen. Vorgesehen war, den Turm mit seinen drei Glocken an die Löricker Kirche St. Maria, Hilfe der Christen zu versetzen. Davon ist die katholische Gemeinde abgerückt. Die Glocken stehen zwar dort, aber noch ohne Funktion. "Wir suchen nach einer kostengünstigen Lösung, sie in Lörick aufzuhängen", sagt Dechant Michael Dederichs. Denn bisher gebe es dort nur eine Glocke an der Außenwand der Kirche, die nicht schön im Klang sei.

Neben der äußeren Form ist noch etwas anderes vom 2010 stillgelegten Gotteshauses geblieben: die historischen Stützkonstruktionen und die Buntglasfenster, die restauriert und in die Isolierverglasung aufgenommen worden sind. Denn der Investor legt Wert darauf, die Innenraumgestaltung des als Denkmal eingestuften Gebäudes in seine Pläne einzubeziehen. So "strahlen" die religiösen Figuren auf den Fenstern geradezu in die Räume und geben ihnen einen individuellen und außergewöhnlichen Charakter.

Geplant war, dass die neue Kita die heutige, sanierungsbedürftige Einrichtung am Pastor-Busch-Weg ersetzt. Ob das heute noch gilt, ist angesichts der fehlenden Kitaplätze noch unklar.

(RP)