Stadtbezirks 4: Elektromobilität soll gesteigert werden

Stadtbezirk 4 : Strom „tanken“ auf der Luegallee

Ein wichtiges Element der Verkehrswende ist die Elektromobilität. Deshalb soll es durch eine Kooperation zwischen Stadtwerken und privaten Firmen bald mehr Ladestationen im Stadtbezirk 4 geben.

Die Elektromobilität ist in den linksrheinischen Stadtteilen vereinzelt angekommen. Wer aufmerksam den Verkehr beobachtet, erkennt schon einige elektrisch betriebene Klein- und Mittelklassewagen. Ladestationen sind dagegen noch rar.

Ein Vorreiter in Sachen Elektromobilität ist Bäckermeister Roland Schüren. Er und auch seine Mitarbeiter besitzen bereits E-Autos. So wundert es nicht, dass Schüren zu den Ladepartnern der Düsseldorfer Stadtwerke gehört und sich vor seiner Bäckerei an der Luegallee 93 eine Ladestation befindet. Mehr noch, der umweltbewusste Bäcker wirbt mit einer eigens kreierten „Back Bäck Karte“ für umweltbewusstes Autofahren. „Meine Kundschaft kann damit bei jedem Einkauf Punkte sammeln“, erklärt er. „Bei 350 Punkten kann dann mit der Karte kostenlos an der Säule vor meiner Tür Strom geladen werden.“ Öffentliche Ladestationen seien besonders wichtig für alle, „die in den oberen Stockwerken der Häuser wohnen und keine Garagen oder Stellflächen haben, um ihre E-Autos laden zu können“, so Schüren. Einziger Wermutstropfen: Auch Benziner parkten vor der Station. „Sie ignorieren das Halteverbot und blockieren die Parkmöglichkeit für E-Autos.“ Das müsste besser kontrolliert und eventuell anders beschildert werden.

Wie einfallsreich Anhänger von Elektromobilität sein können, zeigt der Oberkasseler Uthelm Bechtel, der im Dachgeschoss seines Hauses an der Siegfriedstraße wohnt. Er kam auf die Idee, das Ladekabel aus dem Fenster und über den Ast eines Baumes auf die Straße zu leiten, um sein E-Auto „betanken“ zu können. „Ich fahre einen Kleinwagen, den ich auf der Straße aufladen muss, eine Garage habe ich nicht.“ Aber seine Ladetechnik funktioniere gut, weil er meist einen Parkplatz vor der Tür bekäme. „Wenn ich ihn verlasse, dann kann ich damit rechnen, dass er bei meiner Rückkehr noch frei ist. Denn: „Mein kleines Auto nimmt so wenig Parkfläche am Straßenrand weg, dass ein größeres nicht hineinpasst“, freut er sich.

Die linksrheinischen Bezirksvertreter hatten auf Anfrage der CDU-Fraktion die Verwaltung gebeten, ihnen mitzuteilen, wie die Ladeinfrastruktur für batteriebetriebene Fahrzeuge gesteigert werden könnte. Daraufhin wurde ihnen mitgeteilt, dass eine Steigerung möglich und realistisch sei, wobei der größte Bedarf neben Privatpersonen bei den Firmen bestehe. Im Vorteil sind zum Beispiel Pendler, die an ihrer Arbeitsstelle ihre Autos laden könnten. Zum Beispiel Am Seestern 3, Ladesäulenpartner ist dort die Union Investment, oder Am Albertussee (Metro Properties) oder Fritz-Vomfelde-Straße (Hansastern).

Eine Nachfrage beim Industrieunternehmen „Sick Vertriebs GmbH“ ergab, dass von den 150 bis 200 Mitarbeitern, die in Düsseldorf arbeiten, vier mit E-Autos kämen, bis zu acht Mitarbeitern mit E-Bikes und bis zu sieben mit dem Fahrrad. Aktuell gebe es keine Möglichkeit fürs Laden der Batterien auf dem Firmengelände, sagte ein Firmensprecher. Das komme aber, sei nur eine Frage der Zeit. Allerdings sei mit den E-Autos der Stau auf den Straßen nicht gelöst, gibt er dabei zu bedenken. Deshalb sollte ein Mix aus allen Antriebsmöglichkeiten verfolgt werden.

Von Klaus Teske, Mitarbeiter der Stadtwerke und zuständig für die Einrichtung von Ladesäulen, ist zu erfahren, wie die Kooperation zwischen Stadtwerken und Unternehmen funktioniert. „Wir bauen sie auf privatem Firmengrund auf und übernehmen auch die Pflege.“ Neben den Angestellten könnten auch andere Besitzer eines E-Autos dort Strom laden. Zudem gebe es Förderprogramme von Bund und Land.

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