Serie „Meine Einkaufsstraße in Düsseldorf“: Die Luegallee ist eine Einkaufsstraße zum Bummeln

Serie „Meine Einkaufsstraße in Düsseldorf“: Die Kö der anderen Rheinseite

Der Düsseldorfer Stadtteil Oberkassel ist bekannt für seine wohlhabenden Bewohner. Das spürt man auch an der Luegallee. Leerstand gibt es dort nicht, stattdessen eine große Bandbreite an Geschäften. Inhaber und Kunden legen großen Wert auf Qualität.

Jeder Düsseldorfer kennt den Luegplatz. Jeden Sommer steigen dort Tausende Menschen aus den U-Bahnen, um zur nahegelegenen Rheinkirmes zu gehen. Es lohnt sich allerdings, der Straße zu folgen. Denn was nicht jeder Düsseldorfer kennt, ist die Luegallee. Die ein Kilometer lange Straße ist die Shoppingmeile von Oberkassel und liegt zwischen der Oberkasseler Brücke und dem Belsenplatz.

 „Viele Oberkasseler fahren nicht gerne über den Rhein, sondern kaufen in ihrem Stadtteil ein“, sagt Oliver Kleine-Weischede. Er ist der Inhaber der „Fleischboutique“, einem Fachgeschäft für hochwertiges Fleisch aus aller Welt. 2016 eröffnete er die Filiale. „Die Luegallee ist ein schöner Standort. Der Flair hier ist ein bisschen wie im Urlaub. Die Menschen sind offen, probieren viel Neues aus und wissen hohe Qualität zu schätzen.“ Nicht ohne Stolz erzählt Kleine-Weischede, dass einige Bundesliga-Fußballer zu seiner Stammkundschaft gehören.

Nur wenige Häuser entfernt zieht das Lebensmittelgeschäft „Wundervoll“ die Blicke von Passanten auf sich. Kleine dekorierte Tische und Bänke aus Limonadenkisten stehen vor dem Laden. „Wir sind ein moderner Tante-Emma-Laden“, sagt Inhaberin Anke Pecher. Im Juli dieses Jahres hat sie das Geschäft mit vier Freunden gegründet. „Wir wohnen alle in Oberkassel und haben uns gedacht: Hier fehlt etwas.“ Neben alltäglichen Produkten bietet der Supermarkt auch ausgefallene Ware und warmes Essen, dazu gibt es eine Kaffeebar.

Die Brunnenanlage am Barbarossaplatz zählt zu den schönsten in Düsseldorf. Foto: Merlin Bartel

Qualität, ausgewählte Ware, schickes Design: So präsentieren sich die meisten Geschäfte auf der Lueg­allee. Immerhin konkurrieren sie mit der Innenstadt – mit Erfolg. Leerstand? Fehlanzeige! Einen Kilometer lang bietet die Straße eine Vielfalt an Läden. In den Restaurants und Cafés ist für jeden Geschmack etwas dabei. Und auch die Grundversorgung ist durch Supermärkte, Bäcker und Apotheken gedeckt. Auffällig ist die hohe Anzahl an Friseursalons, Beauty- und Kosmetikgeschäften.

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In der Mitte der Straße verlaufen die Bahngleise gesäumt von Bäumen; auf beiden Seiten stehen prächtige Altbauhäuser. Auch unter der Woche herrscht auf der Luegallee ein reges Treiben: Oberkasseler, Besucher der Stadt oder auch Mitarbeiter nahegelegener Unternehmen nutzen die Straße zum Einkaufen oder für das Mittagessen. Einer von ihnen ist Alexander Bader, der an der Wiese am Barbarossaplatz auf einer Bank sitzt. „Die Ruhe hier finde ich in der Innenstadt nicht“, sagt er. „Trotzdem gibt es alle Geschäfte des täglichen Bedarfs. Ein günstiges Restaurant zu finden, ist allerdings etwas schwierig.“

Der Barbarossaplatz zählt zu den beliebtesten Orten an der Luegallee. Dort steht die Kirche St. Antonius, das Wahrzeichen Oberkassels, nebenan befindet sich die Bücherei. Viele Menschen sitzen in ihrer Mittagspause dort oder am Brunnen. Gertrud Grodowski und ihre Tochter Andrea Fietz gehen einmal im Monat zusammen auf der Luegallee einkaufen. „Hier ist es ruhiger und gemütlicher als in der Innenstadt“, erzählen sie. „Die Läden sind schön und die Verkäufer freundlich. Solange ich laufen kann, komme ich hierhin“, sagt Grodowski.

Am oberen Ende der Luegallee liegt seit 50 Jahren die Buchhandlung Gossens. „Oberkassel ist ein wohlhabender Stadtteil, hier leben viele lesefreudige Menschen – davon profitieren wir natürlich“, sagt Buchhändlerin Antje Lohaus. Sie arbeitet seit mehr als 40 Jahren an der Luegallee. „Viele Stammkunden schätzen den persönlichen Kontakt.“ Kaum jemand kennt die Luegallee so gut wie Heinz Hoppe. Der 80-Jährige betreibt seit 56 Jahren ein Schreibwarengeschäft, seit 47 Jahren das am heutigen Standort an der Luegallee. Das kleine Schaufenster ist komplett zugehangen, davor liegen Zeitschriften, an der Tür hängen Plastik-Fußbälle.

Heinz Hoppe steht in seinem Schreibwarenladen an der Luegallee. Foto: Merlin Bartel

Zwischen Hochglanz-Schaufenstern fällt der Laden auf. „Nicht viele Geschäfte unserer Art sind übriggeblieben“, sagt Hoppe. In dem schmalen Laden ist jeder freie Zentimeter genutzt: Zeitungen, Magazine, Schreibwaren, Kinderspielzeug, Dekoration. Doch Hoppe hat den Überblick und findet, was seine Kunden suchen. Auch heute noch steht er täglich hinter der Kasse. „Schon damals, als ich den Laden eröffnete hieß es, Oberkassel sei eine gute Gegend. Das stimmt bis heute.“

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