Düsseldorf : Orkan Ela wird zur Kunst

Helga Schultes entdeckte, dass im Abfallholz etwas Neues entstanden war.

Kaum ein Baum blieb verschont. Alles, was sich dem Pfingstorkan Ela in den Weg gestellt hatte, mähte er nieder. Und doch können einige Naturfreunde dem Desaster noch etwas Positives abgewinnen. Baumfreundin Helga Schultes zum Beispiel, die mit ihrer Hündin Sara immer wieder durch das vom Sturm zerzauste Löricker Paradies spazierte. "Das war es nicht mehr", sagt sie, "sondern viel eher die Hölle". Sie blendete die Zerstörungen aus und bemerkte, dass sich aus den vom Gartenamt meist schon gestutzten Bäumen mit dem Geäst drumherum - also aus den Abfällen - etwas Neues, ja sogar Schönes entwickelt hat. "Objekte, die mich an Tiere, Gesichter, und Silhouetten von Städten erinnern, beispielsweise an die Skyline von New York", sagt sie vor Freude über ihre Entdeckungen.

Einige Objekte hat sie von Lörick nach Oberkassel geschleppt. "Soviel, wie ich auf meinen Fahrrad transportieren konnte." Sie habe dazu die Erlaubnis gehabt, betont sie und lobt die Arbeiter des Gartenamtes und der Awista, die alles zügig und effektiv aufgeräumt hätten. "Sie waren auch damit einverstanden, dass ich einige Stücke mitnehmen konnte." Drei davon hat sie nun in ihrer Wohnung. "Mein Hexenhäuschen", sagt sie und weist auf ein dreieckiges Baumstück mit gezackter Rinde. "Meine Kinder reißen mir die Objekte aus den Händen. Eins hat sich mein zwölfjähriger Enkelsohn Lukas ausgesucht, das er bemalen will."

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Ein Glück für die Familie, dass Helga Schultes die Objekte fotografiert hat, und nun eine Fülle sehr schöner Bilder die positive Seite des Orkans dokumentiert. "Ich werde daraus ein Fotoalbum für Lukas machen, damit er irgendwann in der Zukunft zeigen kann, was Pfingsten 2014 in Düsseldorf passiert ist."

(hiw)