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Oberkassel: Peter Wienß geht in den Ruhestand

Oberkassel : Peter Wienß geht in den Ruhestand

Am 5. Juli wird der Chef des Oberkasseler „Leben im Alter-Zentrum“ in den Ruhestand verabschiedet. Nach 37 Berufsjahren fällt das dem 65-Jährigen nicht ganz leicht. Doch er freut sich auf sein Privatleben.

Endstation vierte Etage, weiter fährt der Aufzug nicht. Dann ist noch eine Treppe zu Fuß zu nehmen, um nach einer Linkskurve endlich im Chef-Büro von Peter Wienß anzukommen. Hoch oben, unter dem Dach des Dorothee-Sölle-Hauses, lenkt er das linksrheinische "Leben im Alter-Zentrum" der Diakonie in Düsseldorf. Nur noch kurze Zeit, denn nach 37 Berufsjahren winkt dem 65-Jährigen nun das Privatleben. Am 5. Juli wird er im Kreis von 100 Mitarbeitern in den Ruhestand verabschiedet.

So ganz leicht fällt es ihm nicht, nach so langer Zeit seine Wirkungsstätte zu verlassen. Froh sei er aber, dass sein Nachfolger, David Kuhl, schon eine Weile im Hause sei. "So habe ich ihn persönlich mit allem vertraut machen können.“ Vor allem freue es ihn, dass David Kuhl seine Maxime teile, die Mitarbeiter nicht zu gängeln, sondern mit ihnen auf freiheitlicher Basis, Ziele zu realisieren.“ Motto: „Zutrauen und Vertrauen." Kommt Kuhl in eine komplette, gutgeführte Einrichtung, so war die Amtszeit von Wienß von Umbrüchen und großen Herausforderungen geprägt.

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Alles begann 1981, als er nach seinem Pädagogik-Studium in München und Bonn keinen Job in Aussicht hatte, "Ich habe dann weiter studiert in Richtung Erwachsenenbildung.“ Mit Ende 20 sei er dann in die Altenarbeit eingestiegen. "Eine ABM-Stelle in Hückeswagen war meine erste Station." Peter Biermann, Geschäftsführer der Diakonie in Düsseldorf, habe ihm Mut gemacht, sich beim evangelischen Sozialwerk in Düsseldorf zu bewerben – mit Erfolg. Als Referent für offene Altenarbeit wurde er zum Beispiel Chef von Wiebke Hirschmann, die als Leiterin der damaligen Begegnungsstätte an der Arnulfstraße, hoch angesehen war, und auch von ihrem Nachfolger Richard Behrens. Von da an nahm Wienß weitere Sprossen auf der Karriereleiter. Acht Jahre leitete er das Wichern-Haus in Vennhausen. Dort sammelte er Erfahrungen auch im stationären Pflegebereich, und dort keimte die Idee, alle Angebote der Diakonie unter dem Begriff "Leben-im-Alter-Zentrum" zusammenzufassen.

Eine neue Ära für die Altenarbeit der Diakonie begann und Wienß bekam 2003 die Aufgabe, sie in Oberkassel umzusetzen. Der Standort an der Arnulfstraße wurde aufgelöst und stattdessen zwei von vier neu gebauten Wohnblocks zwischen Hansaallee, Niederkasseler Kirchweg und Gemünder Straße gemietet. Erstmals wagte sich die Diakonie an die Vermietung von Wohnungen unter der Bezeichnung "Wohnen mit Service und Nachbarschaft". Ein Wagnis, "denn sicher war nicht, ob sich die Wohnungen auch vermieten lassen“, erinnert sich Wienß und ergänzt: „Das erste Jahr war haarig." Aber dann habe sich alles so gut entwickelt, dass "wir heute noch so ein Wohnhaus bauen könnten."

Stolz ist der 65-Jährige auch darauf, dass das, was einst erhofft wurde, längst greift. "Der Übergang von unseren Senioren-Wohnungen zum Dorothee-Sölle-Haus läuft reibungslos." Wer in der Wohnung nicht mehr allein zurechtkomme, könne ohne großen Aufwand ins angeschlossene Pflegeheim wechseln“, stellt er zufrieden fest.

Mit Menschen in der letzten Lebensphase ein Berufsleben lang konfrontiert, hat der zweifache Vater und Großvater keine Angst vor dem Alter. "Es ist Teil des Lebens". Auch wenn ein bisschen Mut dazugehört, sollte man nicht jammern, sondern sich fragen: "Was habe ich noch, was kann ich noch?." Jetzt aber freue er sich erstmal auf die freie Zeit und darauf, seinen vierjährigen Enkel Ole und Enkelin Noa, gerade mal sechs Wochen alt, aufwachsen zu sehen. „Zunächst werde ich ausspannen, danach aber sicher nicht die Hände in den Schoß legen."