Oberkassel: Hochbahnsteig Belsenplatz neue Ausgabe

Oberkassel: Bürger wollen gehört werden

Der geplante „Hochbahnsteig Belsenplatz“ sorgt für Unruhe. Eine Initiative will mit der Dezernentin sprechen.

Die Bürger rund um den Belsenplatz fürchten, dass im Zuge der Planungen für den künftigen Hochbahnsteig ihre Sorgen rund um das Thema Verkehrsführung nicht ernst genommen werden. Unterstützung bekommen sie von einer ehrenamtlichen Initiative, zu der Architekten, Verkehrsplaner und engagierte Bürger gehören. Sie hatte zu einer Infoveranstaltung auf den Belsenplatz geladen – und etwa 30 Menschen kamen. Alle waren sich einig, dass „wir einen Hochbahnsteig wollen, der die heutigen Haltestellen an einem Ort bündelt“. Die geplante Verkehrsführung dagegen wurde vehement kritisiert. „Ich bin am Belsenplatz aufgewachsen und weiß, dass es auch früher sehr viele Unfälle gab“, so Ursula Bienefeld-Ammermann. „Der Mensch sollte bei künftigen Planungen im Mittelpunkt stehen.“

Die Anwohner der Quirinstraße, die sich kürzlich öffentlich gegen eine weitere Haltestelle auf ihrer Straße gewehrt hatten, nutzten die Chance, um erneut gegen eine weitere Haltestelle auf ihrer Straße zu protestieren. Hannelotte Hansen, Angelika Breuer und Rüdiger Jakobi erklärten, „dass schon heute fünf Busse an unseren Häusern vorbeifahren.“ Und dann sei da noch die Endhaltestelle der 833. Mehr könne die Straße nicht verkraften. Wie bereits berichtet, haben sie auch eine Lösung parat. So könnte eine Haltestelle im Mündungsbereich Arnulfstraße/Luegallee eingerichtet werden. Möglich ist das nur, wenn die Luegallee einspurig wird. Manfred Simon, Vize-Vorsitzender der Kaufleute von „Wir in Oberkassel“: „Das hatten wir schon, es hat sich nicht bewährt.“ Es habe Staus zwischen Belsenstraße und Barbarossaplatz gegeben. Ziel müsse sein, den gesamten Verkehr im Blick zu haben.

Hintergrund: Rheinbahn und Stadt haben vier Varianten für einen Hochbahnsteig erarbeitet mit dem Ziel, für die etwa 20.000 Fahrgäste, die täglich den ÖPNV auf dem Belsenplatz nutzen, einen barrierefreien Ein- und Ausstieg zu ermöglichen und den Busverkehr neu zu ordnen.Von den vier Möglichkeiten wurden drei wegen Platzmangels verworfen. Übrig blieb der Standort am Ende der Luegallee. Dort könnte, etwa in Höhe der Quirinstraße, ein 100 Meter langer und 90 Zentimeter hoher zentraler Bahnsteig entstehen, der alle Fahrbeziehungen abdeckt. 30 bis 36 Platanen müssten gefällt, etwa zehn bis 25 könnten neu gepflanzt werden. Und: Die Planer gehen von einem Radweg auf der Luegallee aus.

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Landschaftsarchitektin Hiltrud M. Lintel ist überzeugt, dass es andere Möglichkeiten für einen Hochbahnsteig auf dem Belsenplatz geben könnte und mahnt: „Es handelt sich um einen Denkmalschutzbereich, auf den Rücksicht zu nehmen ist.“ Hiltrud Lintel gehört ebenso wie Markus Loh, Bezirksvertreter der Grünen und ebenfalls Architekt, zur Initiative. „Wir sind froh, dass die Stadt darangeht, im Zuge des Hochbahnsteigs auch den Belsenplatz neu zu gestalten“, so Loh. Erste Schritte seien gemacht, aber alles noch im Fluss, so dass die Bürger noch beteiligt werden könnten.

Nun bittet die Initiative Dezernentin Cornelia Zuschke in einem offenen Brief um ein Gespräch. Sie macht darauf aufmerksam, dass die Luegallee als schutzwürdiges Rückgrat Oberkassels keine beliebigen Eingriffe vertrage. Deshalb sollte die Planung durch einen Gestaltungswettbewerb weitergeführt werden, wobei auch Künstler mitreden sollten.

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