Düsseldorf-Oberkassel: Miyako Gaidis-Kiryama ist die erste japanische Pflegekraft im Sölle-Haus

Düsseldorf-Oberkassel : Miyako Gaidis-Kiryama ist die erste japanische Pflegekraft im Sölle-Haus

Miyako Gaidis-Kiryama hat ihr Examen bestanden und wurde von der Diakonie als Altenpflegerin eingestellt.

Behutsam machte sie die ersten Schritte, war Praktikantin, dann Auszubildende und jetzt hat Miyako Gaidis-Kiryama ihr Examen als Altenpflegerin bestanden. Sie ist die erste Japanerin, die im Dorothee-Sölle-Haus der Oberkasseler Diakonie ausgebildet und als Fachkraft übernommen wurde. In einem kleinen Festakt wurde der 42-jährigen Mutter zweier Söhne zu ihrem Erfolg gratuliert und Peter Wienß, Leiter des "Leben-im-Alter- Zentrums", hieß sie als neue Mitarbeiterin willkommen.

"Alles hat gut geklappt", freute sich ihre Mentorin Gudrun Peifer, die Miyako Gaidis-Kiryama drei Jahre lang durch alle Etappen des Pflegebereichs begleitet hat. Hochzufrieden auch Bewohnerin Gerlinde Knobloch, die sich während der Prüfung als "Patientin" oder Versuchsperson zur Verfügung gestellt hatte. "Miyako hat immer gelernt, in jeder freien Minute", erinnert sich die Seniorin.

Deutsche Gepflogenheiten verlangten der Japanerin einiges ab. "Besonders die Kommunikation, die Sprache, sich mit den älteren Menschen zu verständigen, haben mich sehr gefordert." Und mit einem Lachen ergänzt sie: "Auch die anderen Essgewohnheiten musste ich erst kennenlernen." Zum Beispiel das Frühstück: "Nicht Brötchen und Marmelade essen wir morgens, sondern meist warm mit Reis, Eiern, Fisch und einem Süppchen." Das sei aber bei den deutschen Bewohnern nicht so gut angekommen. Auch, dass Japaner vor dem Baden heiß duschen, war vielen Hausbewohnern unbekannt.

Mit der neuen japanischen Pflegefachkraft will die Diakonie ältere Japaner, die in Deutschland geblieben sind, ermuntern, die Angebote der Diakonie anzunehmen und im Pflegefall auch einen Platz im Dorothee-Sölle- Haus in Erwägung zu ziehen oder eine Wohnung mit Service und Nachbarschaft an der Gemünder Straße zu mieten. Erste Kontakte zu den Japanern, die in Düsseldorf leben, wurden über den 2007 gegründeten Verein "Takenokai" (Japanisches Begegnungs- und Hilfswerk Take Düsseldorf) geknüpft, der unter der Bezeichnung "Bambusgarten" regelmäßig im Zentrum plus an der Gemünder Straße zusammenkommt. Die beiden Vorsitzenden Akiko Asai-Berger und Yoko Ophei-Saito vermittelten zwischen Miyako Gaidis-Kiryama und dem Dorothee-Sölle-Haus. "Miyako lebt seit 2000 in Düsseldorf wollte arbeiten, einen Beruf erlernen", so Yoko Ophei-Saito. "Daraufhin haben wir uns an die Diakonie gewendet." Froh sei sie über die fruchtbare Zusammenarbeit mit der Oberkasseler Einrichtung. Schließlich wollten viele Japaner auch im Alter in Düsseldorf bleiben. "Nur Firmenangestellte gehen nach zwei bis drei Jahren wieder nach Japan zurück." Die Kooperation mit "Takenokai" kommt auch der Diakonie entgegen. "Japaner gehen nicht in Einrichtungen, in denen es keine Landsleute gibt", weiß Birgit Edinger, Leitung Zentrum plus. "Wir sind jetzt gut vorbereitet, Japaner aufzunehmen." Vor allem deshalb, weil es weitergeht und mit Hiromi Koiwa eine zweite Auszubildende am 1. April ihre Ausbildung zur Altenpflegerin im Dorothee-Sölle-Haus begonnen hat.

(RP)
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