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Düsseldorf: Kinder entwerfen Kostüme für "Parsifal"

Düsseldorf : Kinder entwerfen Kostüme für "Parsifal"

Zwei sechste Klassen des Comenius-Gymnasiums beteiligen sich am Kostümwettbewerb der Fair-Play-Stiftung und den Bayreuther Festspielen für die Wagner-Oper "Parsifal". Regisseur und Bühnenbildnerin sprachen mit den Kindern.

Eine ungewöhnliche Schulstunde im Comenius-Gymnasium: Gestern lauschten etwa 25 Kinder der sechsten Klassen aufmerksam den Worten von Regisseur Tristan Braun, der ihnen mit Bühnenbildnerin Anneliese Neudecker die kindgerechte Aufarbeitung der Wagner-Oper "Parsifal" vorstellte. Er musste gar nicht viel erklären, denn die Schüler sind trotz des schweren Stoffes gut informiert. Sie wissen, dass es sich um eine Rittergeschichte handelt, was sich im finsteren Schloss von Klingsor und in der großen Halle der Gralsburg abspielt. Und sie wissen auch, was die Zauberkraft des Speers bewirkt, und warum Klingsor vergeblich versucht, Gralsritter zu werden.

"Er hat zuviel mit Frauen", rufen sie Braun zu und wollen wissen, wie er das darstellen wird. "Gar nicht" antwortet er, "das ist die Vorgeschichte, ist also schon geschehen." Doch nicht nur mit dem Inhalt der gewaltigen Wagner-Oper haben sich die Kinder beschäftigt, sondern vor allem mit den Kostümen, die die Protagonisten tragen sollen. Sie haben entworfen, gezeichnet und gemalt, um sich mit ihren Entwürfen am Kostümwettbewerb zu beteiligen, den die Berliner Fair-Play-Stiftung ausgeschrieben hat.

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Mara und Chiara haben die Kleider für die schöne Gralsbotin "Kundry" entworfen, die den jungen unwissenden Jäger Parsifal verführen will. "Deshalb hat das Kleid einen so tiefen Ausschnitt", sagt Mara. Ideen dafür habe sie anlässlich eines Theaterprojekts bekommen. "Es wurde ein Film gezeigt, in dem schöne alte Kostüme zu sehen waren." Und Chiara ergänzt. "Die Kleider müssen pompös sein, weil sie Parsifal ja beeindrucken sollen."

Die Jungs, Shawn, Thuyen und Josef, dagegen haben sich für Klingsor, den bösen Zauberer, der Parsifal bekämpft, aber den Kampf verliert, entschieden und stellen ihn sich entweder in einer schwarzen Ritterrüstung vor oder gar als Superhelden. "Wir finden Klingsor gut, mögen Bösewichte", sagen sie fröhlich. "Jungs mögen eben dunkle Farben, Mädchen helle", weiß Kiran ziemlich genau. Dagegen spricht die Arbeit von Younes und Mikiya, die einen originellen Einfall hatten. Sie verzichteten auf einen Körper und zeichneten statt dessen die einzelnen Kostümteile in leuchtend bunten Farben.

Pädagogin Angelika Bügener hat das Projekt mit den Klassen 6c und 6d umsetzt. "Ich habe mich schon gefragt, ob sich so etwas Schweres wie Wagner für Kinder eignet", sagt sie. Aber dann sei sie zu dem Schluss gekommen, dass gerade Elf- und 12-Jährige Ritter-, Grals- und Zaubergeschichten mögen." Zudem handele es sich um eine Aufführung für Kinder, "die auf 90 Minuten gekürzt wurde und am 25. Juli in Bayreuth Premiere feiert." Der Sieger des Wettbewerbs dürfe nicht nur die Aufführung besuchen, sondern erhalte auch ein Preisgeld von 250 Euro. Die Kinder hätten schon eine Fahrt nach Bayreuth und Tickets für die Kinderoper bekommen. "Und im Idealfall können sie dann ihre eigenen Kostüme auf der Bühne wiedererkennen."

Der Idealfall ist, dass die Comeniussschüler den Wettbewerb gewinnen werden. Ihre Chancen stehen gut, denn nur das Gerresheimer Marie-Curie-Gymnasium beteiligt sich am Kostümwettbewerb.

(RP)