1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf
  4. Stadtteile
  5. Oberkassel

Katholische Bühne in Düsseldorf: Familie Macher bekommt Besuch

Katholische Bühne in Düsseldorf : Familie Macher bekommt Besuch

Mit dem Lustspiel „Verwandte und andere Nachbarn“ von Walter G. Pfaus feiern die Laiendarsteller der KAB-Komödie ihr 40-jähriges Bestehen. Weihbischof Friedhelm Hofmann zählte stets zu den Fans. Premiere ist am heutigen Freitag.

Es könnte eine ganz normale Aufführung der Heerdter KAB-Komödienbühne werden. Wird sie aber nicht. Denn dieses Mal feiern die Akteure gleichzeitig mit der Premiere des Lustspiels „Verwandte und andere Nachbarn“ das 40-jährige Bestehen der kleinen Bühne. Wie gewohnt erwarten das Publikum auf die Spitze getriebene Alltagsprobleme, die sich diesmal in den vier Wänden der Eheleute Manuela und Felix Macher (Sonja Zimmer und Hartmut Osterwald) abspielen und die jeder kennt: Geldmangel, Eifersucht oder Probleme mit der Schwangerschaft. Gewidmet ist das Stück Uschi Melzer, langjährige Schauspielerin und Inspizientin, die im vergangenen Jahr nach langer Krankheit gestorben war.

Über eine Strecke von 40 Jahren haben Heerdter Laiendarsteller die Komödienbühne zu einer Tradition im Stadtteil entwickelt, haben in ihrer Freizeit Skripte studiert, gebüffelt und geprobt, um dann auf der Bühne in ihren Traumrollen zu glänzen. Gesamtleiter Karl-Heinz Stoffels erinnert gemeinsam mit Rosemarie Krämer, Gabi Melzer, Robert Hansen und Udo Tuntke an die Zeit, als alles begann, an Roswitha und Erich Oberheid, die 1979 die Laienspielgruppe der KAB (Katholische Arbeitnehmer-Bewegung) ins Leben riefen. Udo Tuntke, damals wie heute Vorsitzender und Gründungsmitglied, hatte durch Spenden den finanziellen Rahmen gesetzt.

Trotzdem musste improvisiert werden, bis 1980 das erste Stück „Die Junggesellensteuer“ im Pfarrsaal von St. Benediktus aufgeführt werden konnte. Einige Monate später startete die heute ebenfalls 40-jährige Jugendbühne mit dem Stück „Rumpelstilzchen“. Stoffels: „Unsere erste Bühne bestand aus 100 Europaletten, der Vorhang aus einem fix zusammengenähten Blümchenstoff.“ Alles habe jedes Mal ab und dann wieder ab- und aufgebaut werden müssen, auch um in anderen Sälen auftreten zu können. „Wir haben immer alles mitgeschleppt und das für lediglich ein oder zwei Aufführungen“, erinnert sich der Bühnenchef.

Mitte 1980 bekam dann der 1976 gebaute Heerdter Pfarrsaal eine professionelle Theaterbühne mit entsprechendem Vorhang. Die Schauspieler hatten nun endlich festen Boden unter den Füßen. Sprosse für Sprosse ging es weiter auf der Erfolgsleiter. Aus einer Aufführung pro Jahr wurden nach und nach mehr, heute sind es neun – jeweils für Erwachsene und Kinder.

Zu den Höhepunkten in 40 Jahren zählt der Besuch des damaligen Kölner Weihbischofs Friedhelm Hofmann. „Er war etliche Male als Zuschauer dabei und brachte 1995 zur Aufführung des Stücks ,Mein Freund Harvey‘ seinen Freund Willy Millowitsch mit“, so Stoffels. Oberbürgermeisterin Marlies Smeets sei ebenfalls dagewesen. „Sie aß gern Sauerbraten“, weiß Stoffels. Und weil im Stück ein Sauerbraten vorkam, habe Friedel Tieves, die übrigens bis zu ihrem Tod immer für die Truppe kochte, einen zubereitet. „Wir haben ihn dann der erstaunten Oberbürgermeisterin hinter der Bühne serviert.“

Auch Willy Millowitsch zählte im Verlauf der vier Jahrzehnte zu den Besuchern der KAB-Stücke. Foto: Willner/Heide-Ines Willner

So wundert es nicht, dass der Begriff Zusammenhalt die kleine Bühne bis heute prägt. Über vier Jahrzehnte haben alle an einem Strang gezogen, was vor allem für 2005, nach dem plötzlichen Tod des engagierten Bühnengründers Oberheid, galt. 2005 war er am Tag der Premiere zu „Tratsch im Treppenhaus“ gestorben, so dass ein anderer blitzschnell die Hauptrolle übernehmen musste. Nachfolger als Gesamtleiter wurde 2007 Karl-Heinz Stoffels.