Oberkassel: Gemälde und Papierarbeiten von Pia Fries

Oberkassel : Gemälde und Papierarbeiten von Pia Fries

Die aktuelle Ausstellung der Kopfermann-Fuhrmann-Stiftung hat den Titel "Weisswirt und Maserzug".

Der Ausstellungstitel "Weisswirt und Maserzug" macht neugierig. Aber nicht nur deshalb ist es ratsam, beim Besuch der Ausstellung in der Kopfermann-Fuhrmann-Stiftung hohe Erwartungen und Fantasie mitzubringen. Die dort gezeigten, teils eigens für die Räume an der San-Remo-Straße 6 geschaffenen Gemälde und Papierarbeiten hat die gebürtige Schweizerin Pia Fries in den vergangenen acht Jahren geschaffen. Seit 36 Jahren lebt die international renommierte Malerin und Gerard Richter-Meisterschülerin in Düsseldorf.

Die Werkgruppen-Auswahl wurde sehr konzentriert getroffen. Susanne Schouba, RAUM e. V. Düsseldorf-Oberkassel, fasst zusammen: "Es sind malerische Lösungen zu sehen, die auf Kompositionsprinzipien beruhen und das Thema Farbe ins Zentrum stellen." Hieraus erklärt sich der Begriff "Weisswirt. "Er ist - wie auch Maserzug - ein erfundenes Wort. Ich stelle es bewusst in den Mittelpunkt. Schließlich ist Weiß ganz wichtig, es bewirtet alle Farben", erklärt Pia Fries (62). Ähnlich bedeutungsvoll ist der Begriff Maserzug. Er erklärt die Bildträger, die nicht wie üblich aus Leinwänden oder Papier bestehen. Die Künstlerin trägt die häufig mit Siebdrucken kombinierten Farben auf Holz auf: "Ich lasse mich auf die Maserung ein." So entsteht eine außergewöhnliche Tiefe, es kommt Bewegung ins Motiv und vermittelt den Gemälden in gewisser Weise Objektcharakter.

Mit den Farben geht Pia Fries sehr sorgsam und reduziert um. Weiß ist dominierend und wie die anderen Töne in mehrfach aufgetragenen Ölfarbenschichten reliefartig wirkend. "Ich deponiere die Farbe, türme sie aufeinander und durchziehe sie mit einem Kamm. Mir ist die Oberfläche sehr wichtig, sie ist wie eine Haut", ergänzt die Künstlerin. Diese Gemälde entstehen ohne detaillierte Planung. Sie wartet den Prozess ab, begreift Farbe als Material, das sich auf der Oberfläche entwickelt und begrüßt es, dass so jedes ihrer Bild etwas über seine Entstehung zu erzählen hat. In den beeindruckenden Räumen der Kopfermann-Fuhrmann-Stiftung gibt es also eine Menge zu entdecken.

Bis zum 5. März ist die Ausstellung sonntags von 14 bis 18 Uhr zu sehen. Den Abschluss bildet um 17 Uhr ein Gespräch zwischen Pia Fries und der Handelsblatt-Journalistin Susanne Schreiber. Dabei wird auch an die Malerin Sigrid Kopfermann (1923-2011) erinnert.

(RP)
Mehr von RP ONLINE