Düsseldorf: Gaslaternen im Linksrheinischen sind schlecht gewartet

Düsseldorf: Gaslaternen im Linksrheinischen sind schlecht gewartet

Dunkle Straßen und unebene Gehwege gibt es nicht nur in Nieder- sondern auch in Oberkassel. Eine Anwohnerin (Name der Redaktion bekannt), die an der Schorlemerstraße zwischen Barbarossaplatz und Quirinstraße wohnt, hat der Stadt empfohlen, Taschenlampen an die Bürger zu verteilen.

"Hier ist die Straßenbeleuchtung nicht nur reduziert, sondern fast nicht mehr sichtbar", sagt sie. Für Einbrecher eine willkommene Situation." Zudem seien auch auf der Schorlemerstraße die Gehwege uneben. "Möchten die Verantwortlichen, dass die Bürger bei Dunkelheit ihre Häuser nicht mehr verlassen?", fragt die Anwohnerin, die froh ist, wenn der Mond die Stockfinsternis etwas erhellt.

Woran liegt's, dass die Laternenlandschaft im Linksrheinischen schwächelt? Von den Stadtwerken war zu erfahren, dass es an den Glühstrümpfen liege, die aus Kostengründen reduziert worden seien. Bei einem Rundgang aber ist festzustellen, dass die alten Düsseldorfer Leuchten schon immer nur vier Glühstrümpfe hatten - nur, ihre Leuchtkraft ist eingeschränkt. Georg Schumacher, der sich vehement für das Kulturgut Gaslaterne einsetzt, weist darauf hin, dass die Lampen nicht ausreichend gepflegt werden. Am Beispiel einer Lampe an der Steffenstraße bemerkt er: "Die Düsen sind verdreckt und das innere ursprünglich weiße Dach ist verrußt." Das verringere die Leuchtkraft erheblich.

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Das ist auch auf anderen Straßen zu beobachten, teilweise sind die Glühstrümpfe sogar zerbrochen. Verblüffend ist der Lampenmix im Stadtteil: Entweder liefert Gas die Energie, wie bei den Düsseldorfer Leuchten, Ansatz- oder Aufsatzlampen, oder aber Strom, wie bei den überalterten lichtschwachen Neonröhren und Lampen mit Natriumdampflicht, die die Straßen in ein gelbes Licht tauchen. "Wie auf der belgischen Autobahn", sagt Schumacher und ergänzt: "Wenn die Gaslampen gepflegt werden, dann ist ihre Leuchtkraft auch ausreichend. Lässt man sie vergammeln, so büßen sie bis zu 50 Prozent ein oder erlöschen ganz."

Ein Anwohner aus der Nähe sagt: "Wenn die Stadt Düsseldorf damit beabsichtigt, die Gaslampen durch Stromleuchten zu ersetzen und sie deshalb nicht mehr pflegt, ist das eine Frechheit der Bevölkerung gegenüber." Die Stadt sollte vielmehr stolz auf diese 100 Jahre alte Technik sein. Sie sei weltweit außergewöhnlich.

(RP)
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