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Bürgerinitiative in Düsseldorf: Düsseldorfer Straße: 66 Unfälle seit 2012

Bürgerinitiative in Düsseldorf : Düsseldorfer Straße: 66 Unfälle seit 2012

Die 400 Mitglieder starke Bürgerinitiative hat bei einem Ortstermin erneut auf die Gefahren am Überweg Wodan-/Steffenstraße aufmerksam gemacht. Gewünscht wird eine Temporeduzierung vor dem Zebrastreifen auf Tempo 30.

Die Bürgerinitiative Düsseldorfer Straße lässt nicht locker. Bei einem Ortstermin machte sie erneut auf die Gefahren am Fußgängerüberweg an der Verkehrsinsel in Höhe der Steffenstraße aufmerksam. Etwa 30 Anwohner beklagen, dass zu schnell an den Zebrastreifen herangefahren werde, man winken müsse, um sich bemerkbar zu machen. Besonders gefährdet seien die Kinder, weil es sich um einen Schulweg handele.

"Ich habe festgestellt, dass die Autofahrer nicht halten, deshalb kann ich meine beiden Kinder nicht allein zur Schule oder in die Kirche gehen lassen", sagt Mariella Badorff. "Täglich begleite ich sie über die Straße und muss deshalb später zur Arbeit gehen. Petra Soeltzer ist in der gleichen Situation. Ihre Tochter Mia besucht die erste Klasse der Bodelschwingschule wie auch Fabienne Gren. Alle Kinder werden von ihren Müttern zur Schule gebracht. Dass das angebracht ist, wissen Heinz und Helga Gehlen. "Kürzlich gab es einige Unfälle, weil ein Autofahrer wegen wartender Fußgänger plötzlich bremste — die Ursache für einige Auffahrunfälle.

Beifall gab es für Gisela und Gerwin Friedrich, die die Lage der Verkehrsinsel kritisieren, "weil sie in Höhe der Bushaltestelle hätte angelegt werden müssen, also im Anschluss an die Steffenstraße, dann gäbe es nicht so viele Probleme." Und Martin Sauer ist überzeugt, dass das Verbot für Lkw nicht ausreichend kontrolliert werde. Falschparker und Bäume behinderten obendrein die Sicht sowohl für die Autofahrer als auch die Passanten.

"Seit 2012 gab es 66 Unfälle mit einer Schwerverletzten auf der Düsseldorfer Straße", hat Ursula Schieffer recherchiert. Ab Oktober 2013 seien es 39 gewesen. Zahlen, die nach Meinung der Oberkasseler für sich sprechen und die Anlass genug seien, etwas zum Schutz der Bevölkerung zu unternehmen.

Dieter Gren, Sprecher der Initiative Düsseldorfer Straße, lässt deshalb auch nicht locker. Er ist von der Stellungnahme der Stadt nicht überzeugt, die bislang alle Eingaben der Anwohner mit der Begründung ablehnte, dass eine Häufung von Verkehrsunfällen oder ein zu hohes Geschwindigkeitsniveau nicht festgestellt worden seien.

Dies sei insbesondere durch unabhängige und teils verdeckte Messungen der Polizei ausdrücklich bestätigt worden, erklärte das Verkehrsmanagement. Gren hält dagegen, dass die Messergebnisse der Polizei "400 Meter vom besagten Übergang entfernt vorgenommen wurden". Das spreche von einer Unkenntnis der Verantwortlichen. "Wie hoch hängt die Messlatte, bis die Verwaltung und Politik eine Häufung von Unfällen feststellen und reagieren", fragt er.

Was also tun? Während Marina Vogler, deren Hund 2012 von einem Lkw erfasst und am Zebrastreifen getötet wurde, für eine Ampel plädiert, wünschen sich ihre Mitstreiter wenigstens eine Temporeduzierung auf 30 Stundenkilometer vor dem Zebrastreifen. "So wie es bereits auf der Schiessstraße in Höhe des Heerdter Friedhofs und auch auf der Löricker Straße an der Kirche praktiziert wird."

Den Einwand, dass es sich dort um keine Hauptverkehrsstraßen handele, lässt Gren nicht gelten, "weil der B-Plan von 1994/1995 eine Entlastung der Düsseldorfer Straße vom Durchgangsverkehr im Abschnitt Belsenstraße und Kniebrücke vorsieht"." In einem erneuten Schreiben an die Stadt bittet die Initiative Oberbürgermeister Dirk Elbers, die Verkehrsberuhigung Düsseldorfer Straße zur Chefsache zu machen.

(RP)