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Düsseldorf-Oberkassel: Wieder Bauarbeiten am Drakeplatz

Stadt muss Pflasser neu verlegen : Wieder Bauarbeiten am Drakeplatz

Vor knapp zwei Jahren wurde das Pflaster am Drakeplatz erneuert. Jetzt muss die Stadt wieder ran.

Noch nicht einmal zwei Jahre ist es her, da wurde das Pflaster am Drakeplatz erneuert. Die Arbeiten für die Fläche, die dem Denkmalschutz unterliegt, dauerten rund drei Monate. Das gesamte Kleinpflaster wurde neu verlegt, und die Arbeiten, nicht zuletzt wegen der schlechten Witterungsverhältnisse, mussten immer wieder unterbrochen werden. Rund drei Monate klagten die Anwohner über Lärm und vor allem über mangelnde Parkplätze. Letzteres führte teilweise zu chaotischen Parksituationen im Viertel.

Und jetzt, knapp zwei Jahre später, soll das Ganze von vorne beginnen? Seit Altweiber sind rund um den malerischen Platz zehn Halteverbotsschilder aufgestellt worden, denn ab heute, Veilchen-Dienstag, darf rund um den Drakeplatz kein Auto mehr abgestellt werden. Die Stabilität des Pflasters, vor allem in den Kurven, sei nicht gewährleistet, heißt es beim Bauamt. „Wir haben nicht damit gerechnet, dass so viele große Fahrzeuge über den Platz fahren“, sagt Bauleiter Schürmann, deshalb müsse an diesen Stellen die bituminöse Schicht erneuert und anschließend das Pflaster neu und fest verfugt werden. „Dafür wird der Platz mehrere Tage gesperrt“. Sprich bis in den März hinein.

Für die Anwohner steht fest, dass das Chaos programmiert ist, außerdem sind sie verärgert, dass sie über diese Baumaßnahme gar nicht informiert worden sind. Es sei ja nur eine kleine Maßnahme, meint der Bauleiter. „Eine überflüssige, wenn vor zwei Jahren vernünftig gearbeitet worden wäre“, sagt Anwohner Reiner Baum. Und auch Christina Hirthammer zeigt sich erstaunt. Als Anwohnerin habe sie an die Stadt Anfang Januar eine E-Mail geschrieben und darauf aufmerksam gemacht, dass zahlreiche Pflastersteine locker seien. „Meine alte Mutter kann da schnell zu Fall kommen.“

Auch Baum hat die Mängel erkannt und schon mehrfach Pflastersteine wieder eingesetzt. „Keine gute Arbeit“, so sein Kommentar. Dem stimmt Hirthammer zu: „Da ist nicht fachgerecht gearbeitet worden, normalerweise muss das doch Jahrzehnte halten.“ Sie ist zwar froh über die Reparaturarbeiten, dachte aber nicht daran, dass das länger dauert. „Ich hätte es auch für gut befunden, wenn auf den Schildern stünde, bis wann das Halteverbot gilt.“

In den Augen von Reiner Baum ist es eine Unart, dass die Stadt es nicht für nötig hält, die Anwohner – und betroffen sind nicht nur die vom Platz, sondern auch von der Drake- und Wildenbruchstraße – vorab zu informieren. Immerhin fallen hier mit der Sperrung mindestens 30 Parkplätze weg. „Und wie die Verkehrsführung sein soll, das frage ich mich auch.“ Die ganze Einbahnstraßenregelung, von der Düsseldorfer Straße bis zur Luegallee, müsste geändert werden. „Da bin ich mal gespannt“. Und dass die Stadt nicht damit gerechnet hat, dass so viele große Fahrzeuge durch den Stadtteil fahren, darüber können Hirthammer und Baum nur den Kopf schütteln.

Denn zum einen ist bekannt, dass Oberkassel die höchste Fahrzeugdichte an SUVs hat, außerdem, so Hirthammer, müssten Autos oft zurückweichen, um Platz zu machen für Autofahrer, die aus der viel zu schmalen Wildenbruchstraße kämen. „Da ist kein Durchkommen für zwei Pkw“, sagt sie, das strapaziert das Pflaster. Zudem nutzen zahlreiche Autofahrer den Weg durch die schmalen Straßen als Abkürzung“, sagt Baum. Das Argument der Stadt, mit soviel Verkehr von schweren Autos habe man nicht gerechnet, sei für ihn nur fadenscheinig.