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Düsseldorf-Oberkassel: Stadt vergisst Baustelle am Drakeplatz

Bauen in Düsseldorf : Stadt vergisst Baustelle

Eine Woche nach Ende der Bauarbeiten am Drakeplatz blieb die Baustelle bestehen.

Die Parkplatznot in Oberkassel ist bekanntlich groß. Seit Veilchendienstag war sie noch größer. Denn rund um den Drakeplatz fielen wegen einer Baustelle knapp 30 Parkplätze weg – zunächst wegen Bauarbeiten, und dann, weil die Stadt eine Woche lang schlichtweg vergessen hatte, die Baustelle abzubauen. Auch die Halteverbotsschilder blieben stehen, obwohl nichts mehr passierte. Aber der Reihe nach.

Vor zwei Jahren wurde mit großem Aufwand über mehr als drei Monate der unter Denkmalschutz stehende Platz neu gepflastert. Rund drei Monate klagten damals die Anwohner über Lärm und vor allem über mangelnde Parkplätze. Letzteres führte teilweise zu chaotischen Parksituationen im Viertel. Jetzt begann das Ganze von vorne. Zehn Halteverbotsschilder wurden aufgestellt, ohne die Anwohner zu informieren. Grund für die Arbeiten: Die Stabilität des Pflasters, vor allem in den vier Kurven, sei nicht mehr gewährleistet, hieß es seitens der Stadtverwaltung. Aber niemand dachte daran, die Anwohner über das Bauvorhaben zu informieren, geschweige denn, offiziell zu berichten, wie lange die Maßnahme dauern sollte.

„Dafür wird der Platz mehrere Tage gesperrt“, hieß es auf Anfrage. Vielleicht bis Anfang März. Inzwischen ist Mitte März. Gearbeitet wurde allerdings nur an einer Stelle. Dafür hatte die Stadt für ein Viertel des Platzes eine Baustelle eingerichtet. An zwei Tagen wurde mehr als vier Stunden gearbeitet, ansonsten gab es nur Stippvisiten, mal nur eine Stunde. Und bei Regen kam niemand. Vergangene Woche Montag verstreute ein Arbeiter Granulat auf das Kopfsteinpflaster am Drakeplatz und an der Drakestraße. „Sind die Arbeiten jetzt beendet, oder kommen weitere Ecken dran?“ fragte sich Anwohnerin Renate Ahlbeck, die wie alle Anwohner mehrfach durchs Viertel fahren musste, um einen freien Parkplatz zu bekommen. Wo keine Baustelle ist, hätten ihres Erachtens schon längst auch Autos parken können.

„Die Einbahnstraße ist breit genug, da kommt locker ein Feuerwehrauto noch vorbei“, sagt sie. Sie mutmaßte schon früh, dass die Arbeiten abgeschlossen sind. „Ein Unding, dass nichts passiert“, sagt Ahlbeck. Ihrer Vermutung pflichtet auch Anwohner Reiner Baum bei. Vergangenen Montag – also vor mehr als einer Woche – habe ihm ein Arbeiter bestätigt, dass die Bauarbeiten zu Ende seien und das Granulat noch einen Tag aushärten müsste. Passiert ist bis Dienstag nichts. Eine weitere Woche war die Baustelle eingezäunt, nur die Gerätschaften – ein Bauwagen und ein Bagger – wurden weggeräumt. Auch der Schilderwald blieb bestehen. Erst ein Anruf bei der Bezirksverwaltungsstelle schaffte Klarheit. Deren Chefin Iris Bürger rief mehrere Ämter an und bestätigte dann: „Die Baustelle ist schlichtweg vergessen worden.“ Eine absolute Frechheit, findet Reiner Baum, der es immer noch nicht fassen kann. Kleiner Trost: Eine Woche nach dem „Vergessen“ ist die Baustelle abgebaut und die Schilder wurden Dienstag provisorisch umgedreht und sind seit gestern verschwunden.