Oberkassel: BV 4 will Gebäudeschutz nicht erweitern

Oberkassel : BV 4 will Gebäudeschutz nicht erweitern

Satzung schützt weiterhin nur Häuser der vorletzten Jahrhundertwende sowie Ensemble.

Bis auf CDU und FDP reagierten die Bezirksvertreter der anderen Parteien (SPD, Grüne und Linke) verhalten auf das Prüfungsergebnis zur Erhaltenssatzung, das ihnen die Verwaltung zur jüngsten Sitzung zur Kenntnis vorgelegt hatte. Denn anders als gewünscht, bleibt alles so wie es ist, sind nur die Häuser des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts geschützt oder auch jüngere, wenn sie mit den alten ein Ensemble bilden. Die Begründung: "Neben der Erhaltenssatzung gibt es Bebauungspläne als städtebauliches Steuerungselement." Und im Zweifel werde der jeweilige Einzelfall geprüft, falls ein Eigentümer seinen Alt- durch einen Neubau ersetzen will. Geschützt sind auch Alt-Niederkassel und Alt-Lörick, um die Struktur niederrheinischer Dörfer zu bewahren.

"Worum geht es eigentlich?", fragte Tobias Kühbacher (SPD), "um die Jahreszahl eines Gebäudes oder um die prägende Wirkung?" - "Es geht immer um die Prägung, die durch Abriss oder Neubau nicht verlorengehen sollte", bekam er zur Antwort. Stichwort für Markus Loh (Grüne). "Die Prüfung ist einseitig ausgefallen, denn auch die Nachkriegsbauten sollten begutachtet werden. Beispielsweise an der Salierstraße stehen Gebäude aus dem 19. Jahrhundert harmonisch neben Nachkriegsbauten." Auch an der Columbus-, Ecke Düsseldorfer Straße gebe es diese Kombination. Kühbacher versteht nicht, warum die Leostraße ab San-Remo-Straße nicht schützenswert ist. "Dort gibt es die gleiche Bauweise wie im ersten Abschnitt." Georg Blanchard (Linke) kritisiert, "dass die entscheidenden Dinge beibehalten werden" und erinnert an den Abbruch von sieben Häusern an der Cimbernstraße. "Sie bildeten auch ein Ensemble."

Dagegen ist die CDU mit dem Prüfergebnis einverstanden. "Das typische Bild Oberkassels mit seinen prägenden Jugendstilfassaden ist geschützt. Darüber hinaus müssen Veränderungen möglich sein", sagte Sven Holly (CDU). Darin war er sich mit der FDP einig. Weil die beiden Parteien die Mehrheit haben, wurde auch der Ergänzungsantrag der Grünen abgelehnt, wonach der westliche Teil der Columbusstraße ab Lohengrinstraße bis zur Düsseldorfer- und Tannhäuserstraße geschützt werden sollte. Ferner auch die Bauten aus den 50er Jahren. Der Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung (APS) dagegen stimmte für diese Ergänzungen.

(RP)
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