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Düsseldorf: Bürger für Sanierung des Hallenbades

Düsseldorf : Bürger für Sanierung des Hallenbades

Mobile Redaktion Barbarossaplatz: Oberkasseler reagieren skeptisch auf Neubau in der Rheinbahn-Gleisschleife.

Die Meinungen sind geteilt: Die einen wollen eine Sanierung des aus den 1960er Jahren stammenden Oberkasseler Hallenbades, die anderen einen Neubau möglichst auf dem Rheinbahngelände an der Hansaallee. Einig waren sich alle, die gestern am Stand der Mobilen Redaktion auf dem Barbarossaplatz über die Zukunft des Hallenbades diskutierten, dass sie nicht darauf verzichten wollen.

"Das Hallenbad an der Lütticher Straße ist ein Juwel und sollte auf jeden Fall erhalten werden", sagt Vlado Banoci. Insbesondere schätze er die Privatatmosphäre. Denn dort sind die Duschen abgeteilt. Außerdem bezweifelt er, dass der Platz für einen eventuellen Neubau in der Gleisschleife ausreicht. "Sie sollte nicht bebaut, sondern zwischen der massiven Bebauung als grünes Plätzchen mit Bäumen hergerichtet werden", wünscht sich Ina Diemer.

Diese Meinung teilt auch Roland Wurdak: "Nicht jeder Quadratmeter sollte vermarktet werden." Das, was in Oberkassel derzeit gebaut werde, sei ohnehin schon hart an der Grenze. Roland Schulte-Trux stimmt dem zu. "Die Gleisschleife sollte als grüne Lunge zwischen der Bebauung bleiben. Ein Hallenbad in Kombination mit einem Bürgerhaus könnte auf dem Rheinbahngelände neu gebaut werden. Eine Idee, die Elka Rechtsprecher prima findet. "Ich ziehe in den Belsenpark, ein Schwimmbad in der Nähe wäre für das gesamte Wohngebiet ideal."

Jürgen Degräff macht den Vorschlag, das Grundstück in der Gleisschleife zu verkaufen, um mit dem Erlös das Bad an der Lütticher Straße zu sanieren: "Es geht nicht nur ums Schwimmen, sondern auch um die Aufenthaltsqualität. Das Gebäude an der Lütticher Straße liegt im Grünen und ist auch für einen Saunabetrieb geeignet, was an der Hansaallee kaum möglich wäre."

Was wenige wissen: Im Gebäude des Hallenbades gibt es sechs Mietwohnungen. Astrid Mascati: "Ich wohne seit 40 Jahren dort und will meine Wohnung behalten." Jahrelang sei nichts an dem Hallenbad gemacht worden. "Jetzt ist alles verkommen, eine Sanierung teuer." Dem stimmt auch ihr Nachbar Rainer Ante zu und ergänzt: "Die Grundsubstanz ist nicht schlecht, eine Sanierung würde durchaus Sinn machen."

Auch Bettina Borchardt ist dafür, den Standort beizubehalten und das Bad aufzufrischen. "Denn so kann es nicht bleiben", stellt auch Ruth Ankner fest. "Es ist schmuddelig und ungepflegt." Dringend müsste etwas getan werden. Bärbel und Rigo Giesen kritisieren, dass das Bad im Sommer geschlossen ist. "Wir wollen nicht ins Freibad Lörick verwiesen werden."

Georg Eiker (Verkehrs- und Verschönerungsverein) fordert ein vernünftiges Konzept und einen städtebaulichen Wettbewerb zur neuen Nutzung des Rheinbahngeländes. "Dazu gehören auch der Belsenplatz und das Feuerwehrgrundstück Schorlemerstraße." Damit liegt er auf gleicher Wellenlänge mit Bjön Syffus (Grüne), der eine Bürgerbeteiligung anregt.

Die linksrheinische Politik favorisiert einen Neubau und ist sich einig, dass eine Sanierung aus Kostengründen nicht möglich ist. Monika Lehmhaus (FDP): "Das Hallenbad ist aus wirtschaftlichen Gründen nicht haltbar und auch nicht behindertengerecht." Bürgermeisterin Gudrun Hock (SPD) bedauert, dass vom Rheinbahngelände nur noch die Gleisschleife zur Disposition steht. "Das Verkehrsunternehmen hat das Grundstück ausgeschrieben."

Die Stadt hätte noch Zeit, einzugreifen, weil noch kein Zuschlag für einen Investor erfolgt sei. Bezirksvorsteher Rolf Tups (CDU): "Die Gleisschleife ist optimal für einen Hallenbad-Neubau." Der Standort befinde sich im Zentrum Oberkassels und sei gut an das Verkehrswegenetz angebunden.

(RP)