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Düsseldorf: Bevorzugtes Parken für die Anwohner

Düsseldorf : Bevorzugtes Parken für die Anwohner

Die linksrheinischen Bezirkvertreter genehmigten neues Konzept zur besseren Aufteilung des Oberkasseler Parkraums.

Die unendliche Geschichte "Parken in Oberkassel" geht in die nächste Runde: Nach den vielen Protesten wegen der verstärkten Kontrollen durch den Ordnungs- und Servicedienst (OSD) wurden nun die linksrheinischen Bezirkspolitiker erneut aktiv. Gestern genehmigten sie einstimmig das vom Amt für Verkehrsmanagement erarbeitete Konzept zur Parkraumbewirtschaftung und -überwachung. Demnach erhalten die Anwohner von 8 bis 20 Uhr eine kostenpflichtige Ausnahmegenehmigung, die ein zeitlich uneingeschränktes Parken erlaubt. Wer zu Besuch kommt oder einen Termin bei einem Anwalt oder Arzt hat, muss entweder einen Parkschein lösen oder eine Parkscheibe auslegen und die ausgewiesene Höchstparkdauer von einer Stunde einhalten.

Thomas Grossheinrich vom Amt für Verkehrsmanagement versicherte, dass das vorhandene Angebot zwar erhalten bleibe, aber längst an seine Grenzen gestoßen sei. "Wir können den Parkraum nur effektiver nutzen, um den unterschiedlichen Bedürfnissen von Anwohnern, Kunden, Lieferanten, Gewerbetreibenden und Arbeitnehmern gerecht zu werden." Der SPD-Fraktion geht das nicht weit genug. Tobias Kühbacher regte an, einige Straßen durch versenkbare Poller zu sperren und nur Anwohnern mit Berechtigungsausweis einen Schlüssel auszuhändigen. Als Beispiel nannte er die Wildenbruchstraße, die quasi eine Sackgasse sei. Eine Mehrheit dafür fand sich nicht. Grossheinrich: "Das hat nichts mit der Parkraumbewirtschaftung zu tun. Poller werden nur zur Verkehrsberuhigung gesetzt." Während die Grünen zur Orientierung der Autofahrer Parkmarkierungen auf den Straßen und Gehwegen wünschen, befürchtet die FDP durch die verstärkten Kontrollen eine Verdrängung des ruhenden Verkehrs auf Leostraße und Rheinallee. "Es sollten keine flächendeckenden Kontrollen geben", so Ulrich Peters. Diese Meinung teilt die CDU nicht, weil laut Norbert Preiwuß, Chef des Ordnungsamtes, bei nächtlichen Kontrollen vom 25. Januar bis 25. Februar 3519 Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung festgestellt worden sind. So bleiben vor allem die Falschparker auf Dominikaner und Cheruskerstraße im Visier, denn auf diesen Straßen wurden mit Abstand die meisten Verfahren eingeleitet. Wie chaotisch es teilweise dort zugeht, weiß Anwohner Thilo Beyer. "Ich ärgere mich über die Geschäftsleute und ihre Angestellten, die ihre Autos in die Tiefgarage stellen könnten, um das rare Parkplatzangebot ihrer Klientel zu überlassen. Die Kosten können sie sogar von der Steuer absetzen", sagt Beyer.

Bezirksvorsteher Rolf Tups (CDU) betonte erneut, dass es nicht darum gehe, die Bürger zu drangsalieren, sondern darum, die Rettungswege freizuhalten. "Die Zeiten haben sich geändert. Heute gibt es mehr Pkw, die durch ihre Größe viel mehr Straßenraum einnehmen." Grund für Tups, einen Ortstermin mit Feuerwehr, Notarzt und Bürgern auf dem Barbarossaplatz zu planen. "Damit vor Augen geführt wird, wie viel Platz die Feuerwehr braucht, um beispielsweise ihre Gerätschaften aufzustellen." Darüber hinaus solle es auch wieder eine nächtliche Fahrt mit der Feuerwehr durch Oberkassel geben.

(RP)