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120 Jahre Oberkasseler Brücke in Düsseldorf - Verbindung zwischen Altstadt und dem Linksrheinischen

Verbindung zwischen Altstadt und dem Linksrheinischen : 120 Jahre Oberkasseler Brücke in Düsseldorf

Im Jahr 1898 wurde die Schiffsbrücke in Düsseldorf durch die erste feste Oberkasseler Brücke ersetzt. Wir erzählen die Geschichte des 120 Jahre alten Bauwerks.

Vor 120 Jahren wurde die Oberkasseler Brücke als erste feste Verbindung zwischen Düsseldorf und den linksrheinischen Dörfern dem Verkehr übergeben. Sie ermöglichte auch eine Bahnverbindung nach Krefeld und war ein erster Schritt zur Eingemeindung (1909) der Landgemeinde Heerdt nach Düsseldorf. Ihre Väter sind Franz Haniel, Heinrich Lueg, Friedrich Vohwinkel und August Bagel, die 1896 das Verkehrsunternehmen Rheinbahn gründeten.

Ende November 1898 wurde die Brücke freigegeben. Die Bürger bestaunten das stolze Konstrukt aus Eisenfachwerkbögen mit jeweils 181 Metern Spannweite. Blickfang war der prunkvoll-wilhelminische Torturm auf Oberkasseler Seite und die Aufbauten des Mittelpfeilers mit dem rheinaufwärts blickenden Bergischen Löwen. Auch das dem Jugendstil nachempfundene Geländer schmückte die Brücke.

Die Kosten: rund sechs Millionen Mark. Um die Kassen wieder zu füllen, wurde zunächst ein Brückenzoll erhoben. Doch so mancher Handwerksbursche umging ihn und hangelte sich durchs Gitterwerk der Brücke entlang ans andere Ufer, bedacht, vom Brückenwärter Heinrich Schäfer nicht erwischt zu werden. Denn der hatte im Flügel des Torbogens seine Dienstwohnung. Sieben seiner Kinder kamen dort zur Welt. Später als Erwachsene erzählten sie von einer unbeschwerten Kindheit, vor allem zu Kirmeszeiten, wenn sie von ihren „Logenplätzen“ aus das bunte Treiben auf den Rheinwiesen beobachten konnten.

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Nach dem Ersten Weltkrieg übernahmen die belgischen Besatzer die Kontrolle über die Brücke. Die Soldaten waren dem Warenschmuggel auf der Spur und prüften alle und alles, was über die Brücke kam. Nach dem Mord an zwei belgischen Soldaten riegelten sie die Brücke vollständig ab. Ganz Düsseldorf war in Aufregung.

Schon damals hatte man erkannt, dass die Brücke auf lange Sicht dem Verkehr nicht gewachsen sein würde. Doch eine Erweiterung hätte noch einmal 1,5 Millionen Mark gekostet. Der rapide wachsende Verkehr, auch ausgelöst durch den einsetzenden Bauboom im Linksrheinischen, machten den Ausbau der Brücke aber unumgänglich.

1925/26 wurde sie von 14,2 Metern auf 26,6 Meter verbreitert und die Straßenbahntrasse von der Fahrbahn getrennt. Die Gleise lagen nun an den Außenseiten der Brückenbögen. Dem Umbau geopfert wurden die Tor-Aufbauten und auch der Bergische Löwe (er befindet sich heute im Garten der Senioren-Wohnanlage Heerdt) Die Kosten für den Umbau betrugen 4,1 Millionen Mark.

Nach 1933 erhielt das Bauwerk zum Gedenken an die Seeschlacht vor dem Skagerrak des Ersten Weltkriegs den Namen „Skagerrak-Brücke“ Ihr Schicksal: Sie wurde am 3. März 1945 von der Wehrmacht gesprengt, um den Vormarsch der Alliierten über den Rhein zu verzögern. Nach dem Zweiten Weltkrieg bauten englische Pioniere die „schwimmende Freeman-Brücke“ auf, die später im Treibeis zusammenbrach. 1946 begann der Bau einer Behelfsbrücke. Sie wurde aus Teilen der Brücke von 1898 und 1926 zusammengesetzt. 1948 wurde sie in Betrieb genommen. Eine wenig attraktives Bauwerk, das alsbald zum „Nadelöhr“ wurde.

Die Entlastung musste aber noch einige Jahre warten. 1957 wurde die Theodor-Heuss-Brücke in Betrieb genommen, 1969 folgte die Kniebrücke. Spektakulär war dann der Bau der heutigen Oberkasseler Brücke, die neben der alten aufgebaut wurde.

Am 7. und 8. April 1976 wurde der komplette Oberbau der neuen Brücke samt Pylon und Schrägseilen mit einem Gesamtgewicht von 12.500 Tonnen um 47,5 Meter stromabwärts an den Platz der zuvor abgetragenen alten Brücke gezogen. Der Umzug dauerte 13 Stunden, bis die Oberkasseler Brücke wieder dort stand, wo sie hingehörte. 40.000 Zuschauer hatten sich das Spektakel nicht entgehen lassen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: 120 Jahre Oberkasseler Brücke in Düsseldorf