Oberbilk : Schüler planen ihre Traumschule

Nach einem neuen Konzept aus den Niederlanden gestalten Schüler und Eltern das Gymnasium an der Schmiedestraße.

Die Bauplanung zum neu gegründeten Gymnasium an der Schmiedestraße 25 in Oberbilk läuft an. Mit 117 angemeldeten Schülern startet die Schule nach den Sommerferien - dann allerdings noch in den Räumen der ehemaligen Adolf-Reichwein-Schule. Von dieser werden zwei Trakte bestehen bleiben und weiter genutzt werden. Die restlichen Gebäude, die Sporthalle und Teile des umliegenden Gewerbegebiets fallen dem Neubau zum Opfer. Gestern trafen sich Schüler, Eltern und Lehrer mit den Architekten in der Aula der alten Hauptschule, um gemeinsam ein Konzept für den Neubau der Schulgebäude zu erstellen.

Angeleitet von Schulbauberater Bob van der Ven versammelten sich alle Schüler in Gruppen an zwei langen Tischen. Während auf den einem noch leere Plakate lagen, türmten sich auf dem anderen Tisch Fotos von Schulräumen aus niederländischen Schulen. Denn von dort stammt das Konzept der Partizipation von Schülern und Eltern bei der Schulgründung. "In den Niederlanden hat ein Schulleiter größeren Einfluss auf den Bau, um damit auch die Ausrichtung mitbestimmen zu können", sagte van der Ven.

Und das ist auch der Hintergrund der ganzen Aktion: "Die Schulleiter möchten eine höhere Identifikation mit der Schule bewirken und einen Ort schaffen, an dem sich die Lernenden wohlfühlen und den sie wertschätzen. Eine ästhetisch ansprechende Schule erzieht die Kinder dazu, diese stärker wertzuschätzen", sagte der stellvertretende Schulleiter Hans-Jürgen Stark. Die Räume sollen besonders funktional ausgerichtet werden. "Mobiles Lernen soll dezentral sein. Dafür schaffen wir Räume und Schulmöbel, damit die Jungen und Mädchen auf dem ganzen Gelände lernen können", sagte Stark weiter. Um das zu ermöglichen, wird jeweils ein iPad für drei Lernende von der Schule bereit gestellt, das die Kinder und Jugendlichen nutzen können.

Anhand der Leitfragen, was den Kindern wichtig an der Schule sei und was sie dort toll fänden, stellten die Teilnehmer ihr Wunschgymnasium zusammen. Anschließend trugen sie ihre Ergebnisse vor, wobei unterschiedliche Vorstellungen sichtbar wurden: "Eine Bücherei fände ich schön wegen der vielen spannenden Bücher. Und hoffentlich wird die Schule bunt, weil ich weiße Farbe so langweilig finde", sagt Henri. Der zehnjährige Lennart wünscht sich hingegen einen Ruheraum: "Wenn ich mal genervt bin von den anderen, möchte ich mich zurückziehen, damit ich nicht mehr genervt bin." Einig sind sich jedoch alle Schüler darin, dass es viele Spielmöglichkeiten und ausreichend Räume für die beliebte Robotik- oder Theater-AG geben soll.

Als zeitgemäßes Konzept findet das Projekt auch bei den Eltern großen Zuspruch. Denn bei allen wichtigen Entscheidungen will die Schulleitung in Zukunft die Rückmeldung der Eltern miteinbeziehen. Viele erhoffen sich davon eine vereinfachte Lehrer-Eltern-Kommunikation auf Augenhöhe. Einige äußern aber auch Bedenken an einer komplett durchgeplanten Schule: "Es muss auch langweilige Plätze geben, die erstmal frei bleiben" sagte Monika Fontanin, "damit die Kinder noch Platz für eine eigene Entfaltung haben".

(RP)