Oberbilk : Demo für Cilly-Helten-Straße

Die Verwaltung will, dass die Planstraßen nach den Partnerstädten Reading und Palermo benannt werden. Dabei hatte die zuständige Bezirksvertretung 3 vor mehr als fünf Jahren Cilly Helten in den Namenspool für Straßen aufgenommen.

Die Nachricht hatte viele überrascht, manche auch enttäuscht. Gab es doch schon Gespräche im Vorfeld, etwa mit Christian Naumann und Gabriele Bischoff vom Forum Düsseldorfer Lesben-, Schwulen- und Trans*-Gruppen. Um dem Wunsch nach einer Cilly-Helten-Straße weiter Nachdruck zu verleihen, will die Gruppe am Donnerstag, 5. Juli, vor der Sitzung der Bezirksvertretung 3 an der Bachstraße 145 demonstrieren. „Gemeinsam für lesbische Sichtbarkeit“ heißt das Motto, Beginn ist um 16.30 Uhr.

Eigentlich hatte es schon vor fünf Jahren den einstimmigen Beschluss in der BV3 gegeben, dass eine Straße nach der Widerstandskämpferin im Nationalsozialismus benannt wird. Oberbilk sollte es sein, wo es zumindest in dieser Legislatur kaum noch Projekte geben wird, für die neue Straßennamen gebraucht werden. Die Verwaltung hat offenbar andere Pläne: Sie will die beiden Planstraßen im Grand Central nach den Partnerstädten Palermo und Reading benennen. Lieber würde Naumann endlich eine Cilly-Helten-Straße im Stadtplan sehen, weil zum einen viel zu wenig Straßen wie Frauen heißen und so außerdem etwas für die lesbische Sichtbarkeit in der Stadt getan würde. Denn lesbische Frauen hätten die Landeshauptstadt an vielen Stellen positiv und nachhaltig verändert.

So wie Cäcilie Anna Helten, die viele Cilly nannten, die 1908 in Düsseldorf geboren wurde und die nach 1933 über die Düsseldorfer KPD Kontakt mit kommunistischen Widerstandskreisen in Berlin hatte und Flugblätter aus Berlin weiterleitete. 1934 wurde sie verhaftet wegen Vorbereitung zum Hochverrat. Bald warf man ihr ein homosexuelles Verhältnis vor. 1942 wurde sie erneut verhaftet, kam ins KZ Ravensbrück, das sie überlebte.