Martina Pophal macht Düsseldorf-Oberbilk und die Welt schöner 

Macherin des Interkulturellen Sommerfests : Sie macht Oberbilk und die Welt schöner 

Martina Pophal hat voriges Jahr spontan ein Fest auf dem Oberbilker Markt organisiert. Weil sie fand, dass etwas fehlt im Viertel. Die Einnahmen aus dem Fest hat sie in ein Projekt für Straßenkinder in Uganda investiert.

Manchmal sind es die Schnapsideen, die Ideen aus einer Bierlaune heraus, die etwas verändern. Ideen, die noch gar nicht richtig ausgereift sind, Ideen, an denen monatelang hätte gefeilt werden können, die aber gerade deshalb so gut funktioniert haben, weil sie nicht ausgereift waren. So eine Idee hatte vor nicht mal einem Jahr Martina Pophal, die damals gerade nach Oberbilk gezogen war, gleich über das Kaffee Ku!pé, mit Blick auf den Platz, der so ungenutzt dalag, dem irgendwas fehlte. „Da muss erst eine Monheimerin kommen, um den Platz zu beleben“, sagt Martina Pophal – nicht ganz ernst gemeint. Und trotzdem hat sie es angepackt, nachdem sie mit ihrer Freundin Petra Barb die Schnapsidee geboren hatte, ein großes Fest auf dem Oberbilker Markt zu organisieren.

Am 1. September sollte gefeiert werden, weniger als zwei Wochen vorher hatten die beiden noch keine Pavillons, keine Tische und Bierbänke. Und trotzdem hat alles geklappt, alles ein bisschen improvisiert, „wir wurden toll unterstützt von Bezirksbürgermeister Marko Siegesmund“, sagt Pophal, die viel Zuspruch bekommen hat für das erste interkulturelle Sommer-Familien-Fest in Oberbilk und die deshalb die zweite Auflage plant – diesmal früher als bei der Premiere. Auch weil das Fest 2019 zwei Tage lang gefeiert werden soll – am Wochenende 31. August und 1. September. Um den Menschen im Stadtteil, den Vereinen und Einrichtungen noch mehr Möglichkeiten zu geben, sich zu zeigen.

 „Wir suchen noch Akteure, Musiker, Tänzer, Sportler, noch mehr Nationalitäten, vielleicht jemanden, der ein türkisches Instrument spielt oder ein japanisches“, sagt Martina Pophal, die wieder auf die Hilfe von Dino Aghedo zählen kann, der selbst mit der Friendly Fire Crew Musik machen wird. Polizei, Apotheke, Zahntechniker aus der Nachbarschaft: Sie alle wollen helfen, die Kneipen um den Markt herum stellen Kühlräume zur Verfügung, „die Kulturstiftung der Sparkasse übernimmt das Sponsoring“, erzählt Pophal.

Das Geld, das Martina Pophal und ihre Mitstreiter im vergangenen Jahr durch den Verkauf von Essen und Getränken eingenommen haben, ist nicht in die eigene Tasche geflossen. „Damit wollen wir ein Artist-Center aufbauen“, sagt Pophal, die mit Dino Aghedo jetzt einige Wochen in Uganda verbracht und dort viele Menschen getroffen hat, vor allem Kinder, „die eine echte Chance haben, wenn man sie unterstützt“. Mit dem Center sollen die Jungen eine Plattform bekommen, um sich zu zeigen, „wir wollen aber auch etwas aufbauen, mit dem die Leute Geld verdienen können“, sagt die 53-Jährige, die Mathe studiert hat und Expertin in Rentenfragen ist, die auch Ahnung hat, wie ein Businessplan aussehen muss und deshalb überzeugt ist von dem Center. Verschiedene Einrichtungen hat sich Pophal angeschaut in Uganda, hat sich dort vernetzt, mit einem jungen Mann zum Beispiel, „der als Kind auf der Straße lebte und heute Tänzer und Jurist ist“. Wer mit anderen ein Fest feiert, so glauben es Martina Pophal und Dino Aghedo, der lernt die anderen besser kennen, ihre Kulturen und Gewohnheiten, ihre Wünsche und Ziele.

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