Im Akki-Haus Düsseldorf läuft die Mitmachausstellung "Lug und Trug"

Mitmachausstellung in Düsseldorf : Schummeln lernen leicht gemacht

„Lug und Trug“: Die beliebte Mitmachausstellung des Akki geht in dieser Woche in eine neue Runde.

„Was meint ihr? Welcher der roten Striche ist länger?“, fragt Georg Frangenberg in die Runde. Um ihn herum steht eine Gruppe Schüler der Montessori-Schule Lindenstraße und betrachtet ein Bild, bestehend aus zwei roten Querbalken und zwei schräg dazu aufgemalten schwarzen Strichen. Es entsteht eine rege Diskussion. „Der obere“, ruft eines der Kinder. Zustimmendes Gemurmel erhebt sich. „Also ich glaube, beide Striche sind gleich lang“, entgegnet ein anderes Kind. Nach einer Überprüfung mit einem Messstab steht fest: Die Striche sind wirklich gleich lang. Und warum haben sich so viele geirrt? „Das ist eine optische Täuschung“, erklärt Frangenberg. „Ihr seht etwas, das so nicht existiert.“

Das Bild ist Teil der aktuellen Ausstellung im Akki, dem Verein „Aktion & Kultur mit Kindern“, die diese Woche begonnen hat. Sie verwandelt die Räumlichkeiten in ein Museum zum Mitmachen, Ausprobieren und Anfassen. Das Motto ist wie im vergangenen Jahr „Lug und Trug“, denn die Schau 2018 war ein voller Erfolg. mehr als 12.000 Besucher sahen sie sich an. „Es gab sogar eine Warteliste“, erzählt Georg Frangenberg – er hat die Ausstellung konzipiert. Grund der Beliebtheit sei vor allen Dingen, dass das Thema alle Altersklassen anspreche: „Die Kinder können einfach Spaß haben. Die Eltern wiederum können versuchen, die Dinge wirklich kognitiv zu ergründen.“

Stark verändert wurde die Ausstellung nicht. Hinterfragen, Lügen und Tricksen stehen noch immer auf dem Programm. Auch die Stationen vom Lügendetektor bis zum Geschmacksbrunnen sind erhalten geblieben. „Wir haben lediglich ein paar Geräte aufgebessert“, sagt der Ausstellungsmacher. Den Ames-Raum – eine Technik der Größenverzerrung, wie sie auch im Filmbusiness angewendet wird – könne man nun beispielsweise mit mehr Kindern gleichzeitig benutzen. Andere Objekte sind mittlerweile einfach stabiler als vorher. Die verbesserte Ausrüstung verleiht das Akki jetzt auch an andere Museen.

Die Schüler der Montessori-Klasse sind begeistert von der neuen alten Ausstellung. „Besonders cool finde ich die Green–Screen–Kletterwand“, sagt der neunjährige Samir. „Das sieht halt einfach so echt aus.“ Gemeint ist die Kletterwand, an der die Kinder toben können, während es an den Bildschirmen so aussieht, als hingen sie weit über dem Abgrund an einer Klippe. Paula wiederum ist großer Fan des schiefen Raums. „Man denkt, dass man fällt, obwohl man das gar nicht tut.“

Besonders beliebt bei Familien seien im letzten Jahr die Lügenboxen gewesen, so Georg Frangenberg. Bei dieser Station sitzen sich immer zwei Personen gegenüber und müssen abwechselnd festlegen, ob ihr Gegenspieler lügt oder nicht. Die Kinder hätten großen Spaß daran gehabt auszutesten, wie weit sie bei ihren Eltern gehen können. Einige „haben sogar versucht, es so wirken zu lassen, als würden sie lügen, obwohl sie die Wahrheit gesagt haben“, sagt Frangenberg.

Dennoch sei es natürlich nicht das Ziel der Ausstellung, den Kindern das Lügen schmackhaft zu machen, sagt Frangenberg. Eher im Gegenteil: In der heutigen Zeit sei es wichtiger denn je zu wissen, wie man Wahrheit von Unwahrheit unterscheiden könne. „Die Kinder sollen lernen, dass Lügen zwar Macht bedeutet, aber eben auch sehr anstrengend ist und nach hinten losgehen kann.“