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Gruppenvergewaltigung in Düsseldorf: Drei Männer müssen für lange Zeit in Haft

Urteil in Düsseldorf : Hohe Haftstrafen für Vergewaltiger aus dem Volksgarten

Das Gericht in Düsseldorf verhängte hohe Haftstrafen gegen alle vier Angeklagten - und zwar deutlich höhere, als die Staatsanwältin beantragt hatte. Die Gruppe hatte nach dem Fußballtraining eine junge Passantin in den Volksgarten gezerrt und vergewaltigt.

Vier Gefängnisstrafen bis zu acht Jahre Haft – und damit deutlich mehr, als von der Staatsanwältin beantragt – hat das Landgericht am Donnerstag gegen vier Männer wegen Gruppenvergewaltigung verhängt.

Das Quartett (19 bis 34 Jahre alt) hatte nach Feststellungen der Kammer im November 2019 eine 22-jährige Passantin abends auf deren Heimweg am S-Bahnhof Volksgarten angesprochen, hatte die junge Frau ins nahe gelegene Parkgelände gedrängt und dort vielfach vergewaltigt.

Gegen drei der Angeklagten haben die Richter unter Ausschluss der Öffentlichkeit jetzt weit höhere Strafen verhängt, als beantragt waren. Über die Begründung des Gerichts wurde mit Rücksicht auf das jugendliche Alter eines der Angeklagten jetzt nichts bekannt. Einer der Verteidiger hat aber bereits Revision angekündigt.

Die junge Frau war damals auch durch Alkohol leicht benebelt auf dem Heimweg gewesen, als sie zufällig auf die vier Männer traf. Das Quartett kam gerade vom Fußballtraining, zwei der Männer haben die Passantin untergehakt und sie in den Volksgarten gezogen. Von drei Tätern ist die 22-Jährige dort teils mehrfach vergewaltigt worden, so hatte es in der Anklage geheißen.

Der vierte Mann habe sich daran zwar  nicht beteiligt, er habe die Frau aber gegen deren Willen geküsst und die Gewalttaten mit seinem Handy gefilmt. Später soll er angegeben haben, er habe durch diese Aufnahmen beweisen wollen, dass er „nicht mitgemacht“ habe. Die anderen drei Sportkameraden sollen sich nach ihrer Festnahme dann gegenseitig belastet, sogar von freiwilligem Gruppensex der Frau gesprochen, ihre jeweils eigene Rolle aber verharmlost haben.

Ob das im Prozess so blieb, wurde nicht bekannt. Auf Verteidiger-Antrag des mit 19 Jahren jüngsten Angeklagten war die Öffentlichkeit bis zur Urteilsverkündung vom Strafprozess ausgeschlossen. Der Anwalt des 19-Jährigen hatte das damit begründet, er fürchte für seinen Mandanten „eine unangemessene Belastung bei einer öffentlichen Verhandlung“ – wenn also vor Publikum im Prozess noch mehr Tatdetails bekannt würden.

Jetzt hat das Landgericht alle vier Männer entsprechend ihren Tatbeiträgen zu Haftstrafen verurteilt: Der 34-Jährige muss für acht Jahre hinter Gitter, ein 33-Jähriger wurde mit sechs Jahren und zehn Monaten Gefängnis belegt, der 19-Jährige zu vier Jahren Jugendstrafe verurteilt.

Nur bei dem 22-Jährigen, der die Taten gefilmt hatte, urteilten die Richter milder als im Antrag der Staatsanwältin, verhängten gegen ihn eine Haftstrafe von dreieinhalb Jahren. Damit soll, so war zu hören, sein umfassendes und reumütiges Geständnis honoriert worden sein.