Oberbilk : Grüner Tatendrang im Winter

In den Oberbilker Gemeinschaftsgärten hat die Vorbereitungsphase für die kommende Saison begonnen. Im neuen Quartier an der Stahlwerkstraße freut sich "Düsselgrün" auf gute Nachbarschaft.

In milden Wintern erwacht ein Garten schon Ende Januar wieder zum Leben. Es bleibt also wenig Zeit in einem Jahr wie diesem. Auch für einige Mitglieder von "düsselgrün" und dem "Niemandsland e.V." wurde es am Samstagmittag Zeit mit ihren Vorbereitungen anzufangen.

Die urbanen Gärtner trafen sich am Samstagmittag an der Heerstraße auf dem Gelände des Niemandsland-Vereins zu einer Holzwerkstatt. Aus ausrangierten Paletten wurden dort mobile Hochbeete im Stil des Upcyclings gebaut. Die sind leicht zu transportieren und sollen in diesem Jahr unter anderem mit Bohnen, Tomaten und Zitronengurken bepflanzt werden. Exot wird die Gartenmelde, ein mit dem Spinat verwandtes Sommergemüse, das bis zu zweieinhalb Meter hoch werden kann. "Die Anzucht für das erste Gemüse beginnt zwar erst im Februar, aber bis dahin haben wir noch viele Beete zu bauen", sagte Boris Ludwig. Der 26-jährige Medizinstudent ist seit mehr als zwei Jahren bei "düsselgrün" aktiv.

Seit 2012 hatte die urbane Gärtnergemeinschaft eine ehemalige Brache an der Haifastraße in Eigenregie bestellt. Nachdem das Grundstück den Besitzer wechselte, mussten sie kürzlich an die Stahlwerkstraße umziehen, wo die Stadt ihnen eine Fläche zur Verfügung gestellt hat. Mit dem neuen Grundstück hatte man auch neue Nachbarn, die erst einmal skeptisch waren. "Bei denen wollten wir uns natürlich nicht gleich wieder unbeliebt machen, indem wir samstags um zehn anfangen zu werkeln, deshalb sind wir zum Bauen ins Niemandsland ausgewichen", sagte Ludwig.

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Der Garten ist als öffentlicher Raum und Einladung an den Stadtteil gedacht. Er soll als Treffpunkt für all diejenigen fungieren, die keinen eigenen Garten haben oder einfach nur etwas Grün in ihrem Viertel suchen. Da er nicht verschlossen ist, kann jeder hinein. Damit zeigt die Gemeinschaft auch Vertrauen in die Nachbarschaft, und das zeigt Wirkung. "Viele Nachbarn haben schon gefragt, ob sie den Kompost mitbenutzen können", so Ludwig. Ein erster Schritt, um den Garten im neuen Viertel zu integrieren. Durch die Offenheit erhoffen sich die Gärtner, die guten Erfahrungen von der Haifastraße wiederholen zu können.

Als Nächstes stehen über das ganze Gartenjahr noch die großen und kleinen Aufgaben wie Säen, Jäten und Bewässern an, bis dann je nach Saison geerntet werden kann. In offenen Garten- und Planungstreffen wird das weitere Vorgehen besprochen. Dabei ist jeder willkommen, der sich mit Ideen einbringen oder auch im Garten mit anpacken möchte.

Die Planung für das Jahr 2016 ist noch nicht abgeschlossen. Fest steht aber schon, dass das Angebot sich nicht nur auf Biologisches beschränken soll. So wird etwa ein Imkerkursus von "Bienenbox.de" (Einführungsveranstaltung am 13. März) angeboten, und der Garten nimmt am 12. März am Saatgutfest teil. Darüber hinaus sind weitere Veranstaltungen geplant, für die der Garten als Fläche genutzt wird, darunter Lesungen von studentischen Magazinen oder offene Gartenfeste, die jeweils mittwochs und sonntags stattfinden sollen.

(RP)