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Düsseldorf: Großes Schweigen nach Pistolen-Attacke

Düsseldorf : Großes Schweigen nach Pistolen-Attacke

Nachdem am Samstag ein A-Jugend-Trainer des SV Oberbilk vom eigenen Torwart mit einer Schusswaffe bedroht wurde, liegt bisher keine Stellungnahme des Vereins oder der Polizei vor. Beim Training soll heute Klarheit geschaffen werden.

Der Stimmung auf dem Sportplatz beim abendlichen Training der D3-Jugend des SV Oberbilk ist nicht zu entnehmen, was sich am Wochenende in Erkrath zugetragen hat. "Ich habe nicht das Gefühl, dass mein Kind hier jetzt schlechter aufgehoben ist als vorher", sagt eine Mutter. "Da konnte einer nicht verlieren", meint ein Vater. Einig sind sich alle, dass die Attacke des Torwarts der Oberbilker A-Jugend auf seinen Trainer ein Einzelfall sein müsse, der ihr Verhältnis zum Verein nicht beeinflusse.

Die Verantwortlichen des SV Oberbilk sind nach den Ereignissen von Samstagnachmittag geschockt. "Wir sind in aller Munde, das tut dem Verein nicht gut", beklagte gestern der erste Vorsitzende des Vereins, Reiner Zipprath. Mehr möchte er zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu den Ereignissen sagen. "Ich war nicht dabei. Aber am Dienstag hat die Mannschaft Training. Da werden wir uns zusammensetzen, über die Ereignisse sprechen und dann beraten, was zu tun ist." Andere Vorstandsmitglieder, die namentlich nicht genannt werden möchten, befürchten, dass die gute Aufbauarbeit der vergangenen Jahre durch den Imageschaden wieder zerstört wird. Sie berichteten, dass Trainer und Torwart suspendiert wurden.

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Die A-Jugendfußballer des SV Oberbilk unterlagen Rhenania Hochdahl am Samstagnachmittag in einem Meisterschaftsspiel der Kreisklasse mit 0:15 (0:2). Zur Halbzeit hielt sich die Niederlage noch im Rahmen, doch im zweiten Durchgang kassierte der Gast 13 Gegentore, im Schnitt etwa alle drei Minuten. Weil sich seine Spieler darüber lustig machten, wechselte SVO-Coach Göcer Bülent einen seiner Schützlinge aus disziplinarischen Gründen aus. Sein Torwart reagierte darauf mit wüsten Beschimpfungen auf seinen Trainer und verließ das Spielfeld. Als Bülent seinen Keeper nach dem Abpfiff zur Rede stellte, zog der eine Waffe, die sich später als Pfefferspraypistole entpuppte. Ein Mitspieler streckte den Schlussmann mit einem Faustschlag ins Gesicht nieder. Eltern der Hochdahler Fußballer nahmen die Waffe an sich. Inzwischen war ein Krankenwagen und ein Großaufgebot der Polizei vor Ort. Der Oberbilker Torwart wurde per Rettungswagen mit dem Verdacht auf einen Nasenbeinbruch in die Klinik gebracht.

Der Mettmanner Polizei liegt eine Strafanzeige vor. Sie kann sich zu dem schwebenden Verfahren nicht äußern. Das gleiche gilt für Kreisfußballjugendobmann Helmut Röder, der sich zu den weiteren Vorgängen erst äußern möchte, wenn ihm die Stellungnahme der beiden Vereine vorliegt.

Eine ehrenamtliche Trainerin, die gestern das Spiel der zehn- bis 13-jährigen Fußballer der D3-Jugend des SV Oberbilk begleitete, distanziert sich von dem Geschehen in der Mannschaft der A-Jugend: "Es liegt in der Persönlichkeit des einzelnen Spielers, wie er mit Siegen und auch mit Niederlagen umgeht." Sie und ihre Kollegen forderten die Kinder immer dazu auf, fairen Fußball zu spielen. "Wir tun alles für den Verein", sagt die Trainerin. "Und da kommt dann ein Spieler und sorgt dafür, dass gleich ein schlechtes Licht auf alle anderen geworfen wird."

(bur)