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Oberbilk: Großes Interesse an Kita im Volksgarten

Oberbilk : Großes Interesse an Kita im Volksgarten

Das Projekt in idyllischer Lage hat das Interesse vieler Anwohner geweckt und findet viel Zuspruch.

Abends gibt es für den Oberbilker Hans Jürgen Maaßen kaum eine schönere "Rennstrecke", wie er es nennt: Am Düsselteich, nahe Mitsubishi-Electric-Halle und Akki-Haus, wo im Zuge der Bundesgartenschau 1987 auch ein Spielgelände für Kinder, die "Spielburg" entstanden war, ist der 63-Jährige oft unterwegs. Doch inzwischen ist seine Lieblingsstrecke teilweise abgesperrt, ist auf dem Areal der ehemaligen Spielburg eine Baustelle entstanden. "Es gibt aber kein Schild, das einem erklären würde, was dort eigentlich entsteht. Man hat das Gefühl, dass da etwas im Verborgenen geschehen soll", sagt der Vater zweier Kinder. Und so wie ihm geht es zurzeit vielen Anwohnern, Spaziergängern und Joggern: Sie alle wundern sich, was in der idyllischen Lage zurzeit passiert, wo unter anderem sogar schon ein Fundament gegossen wurde.

Dass an der Siegburger Straße 15 inzwischen gebaut wird, sei das Ergebnis eines langjährigen Prozesses, sagt Helena Schütz. Sie ist die Geschäftsführerin des Vereins "Kinder, Kinder: Beruf und Familie", der durch verschiedene Kinderbetreuungseinrichtungen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Düsseldorf verbessern will. Im Volksgarten baut der Investor Colteno nach einem Konzept des Vereins eine Kita mit sechs Gruppen, in der ab 2017/2018 34 Oberbilker Kinder unter drei und 80 Kinder von drei bis sechs Jahren betreut werden sollen. Da es bei einer Kindertagesstätte - im Gegensatz etwa zu einem Wohnbauprojekt - nichts zu vermarkten gebe, sei auf dem Areal keine Projekttafel installiert worden, sagt Schütz.

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Der Standort mitten im Grünen und sogar am Düsselteich sei ideal für das pädagogische Konzept des Vereins, das auf Naturnähe setze. Die Stadt habe die Pläne nicht nur von Anfang an unterstützt, sondern sogar den Träger auf den Standort aufmerksam gemacht, so Schütz. Dennoch seien die gemeinsamen Verhandlungen langwierig gewesen, da das Projekt viele unterschiedliche Ämter tangiere, unter anderem geklärt werden musste, wie ein Kita-Neubau auf dem brachliegenden Areal errichtet werden könnte und ob das Vorhaben trotz unmittelbarer Nähe zu den Bahngleisen möglich sei. Dabei seien "mehrere Architekten verschlissen" worden, sagt Hans-Georg Schütz aus der Geschäftsführung des Trägervereins.

Die Stadt und die Bezirkspolitiker unterstützen das Projekt. Das Gelände sei schon früher als Kinderspielfläche genutzt worden, zudem für Eltern gut zu erreichen, sagt Jugendamts-Vize Klaus Kaselofsky. Mit dem zweigeschossigen Neubau würden die Vorgaben des Landesjugendamts erfüllt, auch bei der Lärmemissionsbelastung gebe es nichts zu beanstanden. Zudem sei die Nachfrage nach Kita-Plätzen in City-Nähe bekanntlich groß. Bei der Bauaufsicht hofft man auf eine "Verbesserung der sozialen Kontrolle": Abends waren früher oft Obdachlose und Junkies vor Ort. Aus dem heruntergekommenen Areal eine idyllisch gelegene Kita für Kinder aus dem Stadtteil zu schaffen, sei ein "tolles Projekt", findet Bezirksbürgermeister Walter Schmidt (CDU). Das Projekt sei daher von Anfang an in der Bezirksvertretung befürwortet worden.

Der Verein sorgt sich aber darum, dass die Deutsche Bahn für den Rhein-Ruhr-Express vor Ort ein weiteres Gleis verlegen will, Lärmschutzmaßnahmen allerdings nicht vorgesehen sind, weil es laut Bundesimissionsschutzgesetz in Parks keine "schützenswerte Aufenthaltsqualität" gibt. Hans-Georg Schütz: "Wir haben die Stadt auf einen Streit bei dieser Frage sensibilisiert."

(semi)