Düsseldorf Schluss mit Schepers an der Kölner Straße

Einzelhandel : Aus für Traditionsgeschäft an der Kölner Straße

Mit Uhren Schepers verliert die Kölner Straße ein weiteres traditionsreiches Geschäft. Der Laden war bereits 1892 eröffnet worden.

Es ist eine Entscheidung, die sie schweren Herzens getroffen hat, und das sieht man Erika Hagenbrock auch an. Vor gut 30 Jahren hatte die Einzelhändlerin das traditionsreiche Juwelier- und Uhrengeschäft Schepers, das 1892 eröffnet worden und bis dahin in Familienbesitz gewesen war, übernommen. Doch bald ist Schluss vor Ort und das ist auch unübersehbar: Auf großen roten Bannern wird die Geschäftsaufgabe verkündet und damit das Aus eines der noch wenigen verbliebenen Traditionsgeschäfte an der Kölner Straße nahe dem Amts- und Landgericht.

„Unser Mietvertrag läuft zum Ende des Jahres aus“, sagt die Geschäftsfrau. Diesen zu verlängern, hätte bedeutet, sich für weitere zehn Jahre zu verpflichten. Doch aus Rücksicht auf ihren Ehemann habe sie sich und ihm das nicht zumuten wollen. Denn der Gesundheitszustand ihres Mannes, mit dem sie das Geschäft zusammen betreibt, lasse eine derart lange Planung nicht zu.

Die Idee, dass ihre Tochter Birgit, die in den 1980er Jahren eine Goldschmiedelehre an der Königsallee begonnen hatte, das Geschäft und damit die Tradition fortführt, ist damit nun endgültig vom Tisch. So kurzfristig, sagt Erika Hagenbrock, habe sich die Tochter nicht auf die Übernahme des Uhren- und Juweliergeschäfts einstellen können. Damit wird das Geschäft zum Ende des Jahres geschlossen.

Die Kölner Straße in Oberbilk verliert mit dem Uhrengeschäft Schepers ein weiteres traditionsreiches Geschäft, das seit vielen Jahrzehnten für Qualitätswaren steht. Zwischen den vor allem türkischen Imbissen, Discounter-Geschäften, Friseuren und Handyshops gehören nun Läden wie Herrenmoden Edelman oder das Einrichtungshaus Schäfer zu dem kleinen Kreis der sehr alteingesessenen Geschäfte, die im höheren Preissegment angesiedelt sind.

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