Düsseldorf-Oberbilk: Die wilden Löwen vom Lessingplatz

Sommerfest in Düsseldorf : Die wilden Löwen vom Lessingplatz

Wochenlang haben die Kinder und Jugendlichen gebastelt und geprobt. Ein tolles Programm haben sie für das Zirkusfest auf die Beine gestellt. Sogar einen Löwenbändiger gab es.

(cwe) „Sind die Leckerlis für die großen Löwen bereit?“, fragte Adam etwas gestresst. Der 13-Jährige war beim Oberbilker Zirkus als Zirkusdirektor im Einsatz und damit nicht nur für die Ansagen zwischen den Auftritten, sondern auch für die Organisation verantwortlich. Zwar handelte es sich bei den Löwen um eine Gruppe von Kindergartenkindern, die mit selbst gebastelter Mähne über die Bühne sprangen, doch auch die waren gar nicht so leicht zu bändigen. Gut, dass Adam trotz seines jungen Alters bereits einige Erfahrung mitbrachte. „Ich bin zwar heute das erste Mal Zirkusdirektor, aber helfe unter der Woche regelmäßig den kleineren Kindern bei ihren Hausaufgaben und anderen Problemen“, erzählte der Schüler.

Das „Zirkuszelt“ um ihn herum bestand aus bunten Stoffen, die an Schnüren befestigt wurden und so den gesamten Sandkasten vom Lessingplatz einrahmten. Sie markierten die Hauptbühne des Zirkusfestes, das vom Verein Königinnen und Helden veranstaltet wurde. „Es geht darum, die Leute aus dem Stadtteil kultur- und altersübergreifend zusammenzubringen“, sagte Andrea Abbing, Vorsitzende des Vereins.

Knapp 70 Kinder und Jugendliche beteiligten sich am Zirkus. Viele trugen etwas zum Bühnenprogramm bei. Andere Kinder unterstützten die Mitglieder von Königinnen und Helden an den Ständen. Von Dosenwerfen bis zu Basteltischen war das Angebot auf dem Lessingplatz vielfältig. Manche Besucher hatten allerdings eher andere Interessen: „Mir gefällt es hier super, vor allem wegen der Süßigkeiten“, erzählte der fünfjährige Mehmed, während er sich eine Handvoll Popcorn in den Mund steckte.

Die Erwachsenen waren ebenso angetan von den Shows, die jeweils 15 Minuten dauerten. „Ich finde es großartig, dass sich so viele Leute für das Fest engagieren und alle Anwohner dadurch miteinander feiern können. Das ist einfach typisch Oberbilk“, fand Eleonore Ibheis, die seit 50 Jahren im Stadtteil lebt. Saloua sah das ähnlich. Die junge Mutter ist vor gut fünf Jahren in die Nachbarschaft gezogen und freute sich über das Fest: „Der Lessingplatz sieht oft ziemlich langweilig aus und schon alleine deswegen ist es schön, dass durch den Zirkus mal etwas Farbe ins Spiel kommt“, sagte sie.

(cwe)
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