Düsseldorf Kinder kämpfen für Klettergerüst

Spielplatz : Kinder kämpfen für Klettergerüst

Die Stadt baute es 2017 aus Sicherheitsgründen ab, hat bislang aber für keinen Ersatz am Lessingplatz gesorgt. Daher werden Unterschriften gesammelt.

OBERBILK Auf dem Spielplatz am Lessingplatz ist die Stimmung gedrückt. Und das liegt nicht nur am ungemütlichen Regenwetter. „Die größeren Kinder können hier Fußball spielen, die kleinen können schaukeln oder im Sand spielen, und wir wollen unser Klettergerüst zurück! Da hatten wir immer ganz viel Spaß drauf“, sagt der siebenjährige Mohamad. Das findet auch die zehnjährige Iman: Oft sei sie mit Freundinnen auf das Seilklettergerüst gestiegen und habe dort „tolle Fotos“ gemacht. In der Mitte des Seilspielgeräts sei sie gerne auch heruntergerutscht.

Die Kinder und Jugendlichen von „Königinnen und Helden“ sieht man fast täglich auf dem Spielplatz, denn der Oberbilker Kultur- und Kunstverein hat seinen Sitz nur wenige Schritte entfernt. Seit die Stadt im vergangenen Jahr das Klettergerüst in Form einer Pyramide aus Sicherheitsgründen abgebaut hatte, sind die Kinder allerdings nicht mehr ganz so euphorisch. „Das Klettergerüst war immer das Highlight. Es gibt auch ein Drehkarussell und Tischtennisplatten, doch für das Karussell brauchen die Kinder einen Erwachsenen zum Anschieben und für Tischtennis Schläger und gutes Wetter“, sagt Andrea Abbing, Gründerin und Vereinsvorsitzende. Dass die Stadt seit der Demontage für keinen Ersatz gesorgt hat, will man deswegen nicht länger hinnehmen und hat eine Unterschriftenaktion gestartet.

Gut 200 Namen haben die „Königinnen und Helden“ schon auf ihren Listen stehen, die in ihren Vereinsräumen und im Back-Werk ausliegen. Und auch auf der Straße sieht man die Kinder immer wieder mit den Listen, um noch mehr Mitkämpfer für die Sache zu finden. Bis zum 15. November kann man sich auf den Listen eintragen, dann will Abbing die Zetteln mit den Kindern an die für Oberbilk zuständige Bezirksvertretung 3 übergeben, am liebsten an Bezirksbürgermeister Marko Siegesmund. „Die Kinder sollen lernen, sich für etwas, das ihnen wichtig ist, einzusetzen und dass es Politiker gibt, an die man sich wenden kann“, sagt Abbing. Sie hatte den Verein im Jahr 2013 gegründet, um einen Raum für Kunst und Kultur im multikulturellen Stadtteil Oberbilk zu schaffen und durch generationsübergreifende Kinder-und Jugendprojekte junge wie alte Oberbilker unterschiedlichster Herkunft zu erreichen, einen Ort der Begegnungen zu schaffen.

Auf Anfrage unserer Redaktion teilt die Stadt mit, dass das ursprüngliche Klettergerät nicht zu reparieren gewesen sei und deswegen abgebaut wurde. Es soll aber auf dem Lessingplatz für ein neues Spielgerät gesorgt werden — allerdings erst im kommenden Jahr.

Bei den „Königinnen und Helden“ werden die Unterschriften auf jeden Fall weiter fleißig gesammelt. Wie geplant soll die Liste schnellstmöglich an die Bezirkspolitiker übergeben werden. Auf dem Spielplatz behilft man sich derweil mit Seilchen, die man zum Lessingplatz mitnimmt. Auch mit dem Eierlaufen habe man wieder begonnen, sagt Vereinsvorsitzende Andrea Abbing.

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