Düsseldorf: In Oberbilk wird schon wieder ein Hotel gebaut

Bezirksvertretung 3: Hotelneubau sorgt für Unmut in Oberbilk

Weit über tausend Betten auf einem knappen Quadratkilometer – den Bezirksvertretern reicht’s.

Tagesordnungspunkt 10 sorgte am Dienstag für Verwirrung in der Bezirksvertretung 3: Ein Bauantrag für ein Hotel an der Moskauer Straße wurde ihnen vorgelegt: „Das hatten wir doch schon“, hieß es erstaunt. Die Verwirrung wich schnell parteiübergreifendem Unmut, denn tatsächlich ging es nicht um den 800-Betten Bau, für den auf dem Grundstück Moskauer Straße 29 bereits die Arbeiten begonnen haben. Sondern um das Hotel, das ein anderer Investor mit 910 Betten genau gegenüber plant. „Im Grand Central auf dem alten Postgelände wird es ein Hotel geben, wir haben drei weitere in unmittelbarer Nachbarschaft – wie viele Hotels brauchen wir denn noch?“, fragte Bezirksbürgermeister Marko Siegesmund (SPD). Dass an manchen Tagen die Hotelbetten in der Stadt möglicherweise nicht reichen, räumte Stefan Kwasniewski (CDU) ein. „Aber in Düsseldorf fehlen vor allem Wohnungen. Wir machen mehr für Nicht-Düsseldorfer als für die Düsseldorfer.“ Auch Christine Majewski (Grüne) kritisierte „fehlgehende Stadtplanung“. Auch wenn es keine Obergrenze für Hotelbetten gebe: „Betten brauchen wir in Oberbilk nicht.“ Ihr Parteikollege Dietmar Wolf regte an, dem Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung „unseren Unmut darüber mitzuteilen, dass hier die Chance für Wohnungsbau vertan wurde.“

Denn tatsächlich hat die Bezirksvertretung eigentlich gar nichts zu entscheiden; wegen der „gesamt­städtischen Bedeutung“ sind Hotelpläne Sache des Planungsausschusses. „Es ist doch aber nur Oberbilk“, grummelte Bernhard Piltz (FDP), der sich zudem fragte, warum für die Moskauer Straße vor Jahren eine zehngeschossige Bebauung festgelegt worden ist, wenn nun der neue Investor davon befreit werden soll. Der will nämlich nur ein siebenstöckiges Hotel bauen. Und da einigten sich die Bezirksvertreter dann noch darauf, den APS zu bitten, im Gegenzug für die Befreiung vom Investor zumindest eine intensive Dachbegrünung einzufordern. „Und darauf hinzuweisen, dass wir jetzt genug Hotels haben“, ergänzte Walter Schmidt (CDU). „Diese großen Bauten verdrängen schließlich auch die kleinen innerstädtischen Hotels.“