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Düsseldorf: Geschwister verhindern Einbruch in Düsseldorf

Einbruch in Düsseldorf verhindert : Geschwister stemmen sich gegen maskierten Mann

In einer Oberbilker Wohnung werden die drei Kinder von Antonia Y. aus dem Schlaf geweckt, als sich jemand an der Haustür zu schaffen macht. Sie machen instinktiv alles richtig, der Einbrecher wird später geschnappt.

Den 25. Mai wird Familie Y. wahrscheinlich noch eine ganze Weile in Erinnerung bleiben. Insbesondere die Kinder Charlotte (14), Vivienne (17) und Noah (19) - die Vornamen wurden auf Wunsch der Mutter geändert - werden so schnell wohl nicht vergessen können, was sie an diesem Morgen durch den Türspion ihrer Oberbilker Wohnung beobachten mussten. Die drei durchlebten den Alptraum eines Einbruchs in den eigenen vier Wänden - während sie sich in der Wohnung befanden. Glück im Unglück für die Familie, denn dank der drei Geschwister ist es nur bei dem Versuch geblieben.

Es war schon fast 11 Uhr, als die Klingel der Wohnungstür Charlotte aus dem Schlaf riss. Die 14-Jährige wollte den letzten Tag der Pfingstferien nutzen, noch einmal ausgiebig Schlaf nachzuholen. "Ich dachte zuerst an den Nachbarn, weil der öfter mal bei uns klingelt", sagt Charlotte. Als das Klingeln jedoch nicht aufhörte und allmählich in ein lautes Klopfen überging, wurde die Schülerin stutzig. Daraufhin weckte sie zunächst ihre Schwester Vivienne, bevor sich beide zur Wohnungstür wagten. Was sie anschließend durch den Türspion sahen, ließ beide das Blut in den Adern gefrieren. "In dem Moment bekam ich zwar eine riesige Angst, wurde aber nicht panisch. Ich hätte jedoch ganz anders empfunden, wenn ich alleine gewesen wäre", sagt Charlotte. Durch den Türspion beobachteten die beiden, wie sich gerade ein maskierter Mann mit Werkzeugen an der Wohnungstür zu schaffen machte. Die metallene Verkleidung war schnell entfernt und auch der Zylinder des Türschlosses begann sich unter den Bemühungen des Mannes bereits zu drehen. Geistesgegenwärtig ergriff Vivienne rasch den noch auf ihrer Seite im Schloss steckenden Schlüssel und hielt den Öffnungsmechanismus dadurch auf.

"Ich habe richtig die Kraft des Einbrechers in meiner Hand gespürt", beschreibt Vivienne den kritischen Moment. Ihr Bruder Noah, aufgeweckt durch die lauten Geräusche, erkannte die Situation sofort und hielt die Tür mit seinem Körpergewicht zu, während Charlotte im Hinterzimmer bereits mit der Polizei und ihrer Mutter telefonierte. Die saß derweil - auf ihrem Heimweg von der Arbeit - in der Bahn nur wenige Minuten vom Haus entfernt. "Ich hatte schreckliche Angst um meine Kinder. Was wäre wohl passiert, wenn der Täter es geschafft hätte?", sagt Antonia Y. Sie begegnete dem Täter just in dem Moment, als dieser bereits aufgegeben hatte und das Weite suchen wollte. "Er sah unscheinbar aus und wirkte ganz gelassen, als ob nichts weiter gewesen wäre", erzählt Antonia Y. Zwar traute sie sich nicht, den Täter auf der Straße zu stellen. Immerhin gelang es ihr jedoch, versteckt ein Foto von ihm zu schießen, welches Tage später auch zum Fahndungserfolg führte. Der Täter trug bei einer Personenkontrolle der Polizei dieselbe Kleidung wie am Tattag.

Zwar ist die Familie sehr erleichtert darüber, dass der Mann nun geschnappt wurde. Allerdings liegen die Erlebnisse noch wie ein Schatten auf dem Alltag der betroffenen Familie. "In den ersten Tagen war es noch ein sehr beklemmendes Gefühl, wenn jemand bei uns klingelte."

(RP)