Jubiläum in Düsseldorf : 20 Jahre deutsch-japanische Kultur im EKO-Kindergarten

In der zweisprachigen Kita lernen die Kinder spielerisch deutsche und japanische Traditionen und Religionen kennen.

(mgö) Das Fundament wurde bei der Gründung vor 20 Jahren gelegt. „Die Eltern müssen offen sein gegenüber allen Kulturen. Nur so können wir ihren Kindern Einblicke in religiöse und kulturelle Gebräuche sowie deutsche und japanische Traditionen gleichermaßen vermitteln“, erklärt Sylvia Ehard. Sie gibt diese Werte als Leiterin des EKO-Kindergartens an Drei- bis Sechsjährige aus deutschen und japanischen Familien weiter.

Je 30 Kinder sind gemischt in drei Gruppen aufgeteilt, die von zehn pädagogischen Fachkräften beider Nationalitäten in der zweisprachigen Kita auf dem EKO-Gelände betreut werden. Der pädagogische Ansatz wird beiden Kulturen gerecht. Das kommt gut an. „Wir würden uns gerne vergrößern, aber das ist räumlich nicht möglich“, bedauert Sylvia Ehard. Die 37-Jährige ist seit 13 Jahren in der Kita, die sie seit sechs Jahren leitet: „Ich hatte zuvor keinerlei Bezug zu Japan und zum Buddhismus.“ Ähnlich ist das bei den Kindern, die aus deutschen Familien kommen. Die Erzieherin tritt mit Überzeugung und Begeisterung für ihre Aufgaben ein: „Ich habe ein tolles Team um mich, alle leisten großartige Arbeit und stehen voll hinter diesem Kulturaustausch.“

Die Hälfte der Erzieherinnen wurde in Japan ausgebildet. Trotzdem werden Sprachbarrieren auf beiden Seiten schnell überwunden. Schließlich ist das Wochenprogramm darauf ausgerichtet, den Pädagogik-Schwerpunkten beider Nationalitäten und auch den Zielen des Buddhismus gerecht zu werden. So erkennen die Kinder in frühen Jahren, welchen Stellenwert der Kulturaustausch zwischen Ost und West hat.

Anlässlich der Feier des 20-jährigen Bestehens in Anwesenheit des Generalkonsuls Masato Iso, des Vorstandsvorsitzenden EKO-Haus Syoryu Katsura und des Bürgermeisters Friedrich G. Conzen wurde daran erinnert, dass die Kinder beim gemeinsamen Spielen und Lernen nationale, ethnische, sprachliche, kulturelle und selbst religiöse Barrieren überwinden. Sylvia Ehard: „Wir bereiten Kinder bestmöglich auf die Schule und das Leben vor.“ Sie erzählt, dass ehemalige, jetzt wieder in Japan lebende Kindergartenkinder zu Besuch kommen oder heute 14- bis 16-Jährige ein Praktikum im Eko-Kindergarten machen wollen: „Wir haben viele Anfragen. Das ist für uns eine großartige Bestätigung.“ So wird auch weiterhin das Ziel verfolgt, den Kindergartenkindern harmonisch Gemeinschaftssinn zu vermitteln.

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