Düsseldorf : Schüler lernt Firmenalltag kennen

Der 16-Jährige Milan Reen, Zehntklässler des Cecilien-Gymnasiums, absolvierte ein zweiwöchiges Praktikum bei der Firma "Spectair" und lernte die Flugroboter-Branche kennen.

40 Bewerbungen hat Milan Reen weggeschickt. Darauf bekam der Zehntklässler des Cecilien-Gymnasiums entweder Absagen oder gar keine Antwort. Dass es ihm letztendlich durch persönliche Kontakte ermöglicht wurde, zwei Wochen in den Ablauf des Unternehmens "Spectair" im Areal Böhler an der Hansaallee und damit in die Flugroboter-Branche hineinzuschnuppern, findet er super: "Ich hatte hier gleich das Gefühl, was Nützliches tun zu können und gebraucht zu werden.

" Tatsächlich wurde der Schüler während seines Betriebspraktikums unmittelbar in die Firmen-Abläufe integriert. "Er kennt sich jetzt fast so gut wie wir im Unternehmen aus", sagt Geschäftsführer Michael Dahmen lachend. Und auch Howard Nagel, Mitglied der Geschäftsleitung, ist mit dem Einsatz des (fast) 16-Jährigen zufrieden: "Er ist sehr schnell in das Thema hineingekommen." Entsprechende Vergleichsmöglichkeiten bieten sich der sieben Mitarbeiter starken Spectair-Mannschaft häufiger: "Wir hatten schon den ein oder anderen Praktikanten hier.

" Deshalb wissen Dahmen und Nagel, dass neben den Einblicken in den Unternehmensalltag auch der zwischenmenschliche Umgang eine Rolle spielt. "Im Beruf kann man Konflikten nicht aus dem Weg gehen. Aber am Arbeitsplatz müssen sich die Beteiligten damit auseinandersetzen", betont Michael Dahmen. Das ist auch einer der Gründe, warum ein solches Betriebspraktikum auf dem Gymnasium-Lehrplan steht.

"Die Jugendlichen haben die Möglichkeit, ihre Vorstellungen von einer beruflichen Tätigkeit mit der Realität abzugleichen", erklärt Stefanie Kessler, Mathematik- und Biologie-Lehrerin am Ceci in Niederkassel und zuständig für den Arbeitskreis Berufsorientierung.

Ziel sei es auch, das "richtige Arbeitsleben", den Ausbildungsweg zum jeweiligen Beruf und dessen Vor- und Nachteile kennenzulernen: "Deshalb sind wir den Unternehmen, die das ermöglichen, sehr dankbar." Das ist Praktikant Milan auch. "Hier habe ich richtig was gelernt", beschreibt er den zweiwöchigen Ausflug in die Berufswelt. Und das war obendrein noch spannend. Denn das Spectair-Team verfügt über aufwendiges technisches Equipment mit mehreren Fluggeräten.

So durfte der Ceci-Schüler "selbst fliegen" und sich in der für diese Zwecke angegliederten Flughalle mit der Bedienung einer Fernsteuerung für Fluggeräte versuchen. Zu Milans Praktikumsablauf gehörte es aber auch, bei der Entwicklung und Zusammenstellung von Dokumenten behilflich zu sein. Sie werden für eine von dem Unternehmen geplante ISO-Zertifizierung durch den TÜV benötigt. "Am Anfang war der Ordner noch ziemlich leer, jetzt ist er gut gefüllt", sagt der Praktikant zufrieden.

Er hat während seines Betriebspraktikums zehn volle Arbeitstage in der Firma verbracht und dabei auch gelernt, dass die kostspieligen Flugroboter "kein Spielzeug" sind. Schließlich werden sie für ein breites Dienstleistungs-Spektrum — unter anderem für Luftbildaufnahmen, Videos für Unternehmen, Dokumentationen und Reportagen, Kartierungs- und Vermessungsarbeiten, bei Events oder der Vermisstensuche — eingesetzt. Vielleicht fließen diese Praktikums-Erfahrungen nach dem Abitur in die Berufswahl mit ein.

Denn was er genau machen möchte, hat der Zehntklässler bisher nicht entschieden: "Da bin ich noch ganz offen." Jetzt aber zieht Milan erst einmal Bilanz: "Die Zeit hier war super. Es hat Spaß gemacht, ich habe viel gelernt und würde auch noch drei Wochen dranhängen." Vielleicht kommt er demnächst auf das Angebot von Michael Dahmen und Howard Nagel zurück und übernimmt bei Spectair einen Ferienjob.

(RP)