Oberkassel: Heimatsucher in St. Antonius

Ausstellung: „Heimatsucher“ erinnern an Shoa-Überlebende

In der Pfarrkirche St. Antonius wird am Samstag, 19 Uhr, eine Ausstellung eröffnet, die den Holocaust-Opfern gewidmet ist.

() Sie nehmen Kontakt zu den Holocaust-Überlebenden auf, hören zu, fragen nach, und erzählen als „Zweitzeugen“ die Geschichten weiter, damit sie vor dem Vergessen bewahrt werden. Junge Menschen, die sich dem Verein „Heimatsucher“ angeschlossen haben und „mit Kopf, Herz und Hand“ Rassismus und Antisemitismus entgegenwirken. Überlebensgeschichten von Zeitzeugen, sind ab Samstag eine Woche lang Thema in der St. Antoniuskirche, Luegallee.

„Wir sind erstmals in einer Kirche“, sagt Franziska Penski von den „Heimatsuchern“. „Ein guter Rückzugsort, sich in die Geschichte der Opfer zu vertiefen.“ Drei Porträts werden ausgestellt: Chava Wolf, die aus der Bukowina vertrieben und in die Lager von Transnistrien (heute Teil der Ukraine) verschleppt wurde. Djordje Alpar stammte aus Belgrad, schloss sich 1941 den Partisanen an und kämpfte gegen die Nazis. Von 1960 bis zu seinem Tod 2018 lebte er in Deutschland. Die dritte Überlebende ist Schwester Johanna, geborene Ruth Eichmann. Ihre Oma ließ sie 1933 taufen und rettete so ihr Leben. Sie wurde Ordensschwester.

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Darüber hinaus wollen die „Heimatsucher“ durch Banner und Schriften ermutigen, sich mit dem Nationalsozialismus auseinander- und für Integration einzusetzen „Wir werden auch einen Briefkasten aufstellen“, verrät Fransizka Penske, „für die Besucher, die einen Brief zu den Geschehnissen schreiben wollen. Wir werden die Briefe den Zeitzeugen zukommen lassen.“

Ausstellung 10. bis 18. November, täglich 9-18 Uhr. Zur Finissage wird um 19 Uhr der Heimatsucher-Film „Auf gute Nachbarschaft“ vorgeführt.

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