Düsseldorf : Kinder feiern mit der Tonnengarde

Die Aula des Comenius-Gymnasiums gehörte gestern den Drei- bis Zwölfjährigen. Die Tonnengarde bot ihn zwei Stunden Programm. Hoch im Kurs stand beim Nachwuchs besonders Künstler Cito Pilini.

Wenn in der fünften Jahreszeit in der Aula des Comenius-Gymnasiums Prinzessinnen mit Indianern tanzen, Cowboys Schwerter tragen, Darth Vader (der noch lange kein Vater von niemandem sein kann) mit Rittern Scheingefechte vollführt und Schlümpfe das Sagen haben, dann ist wieder die Zeit der Kinderkarnevalsveranstaltung der Tonnengarde Niederkassel. Mehr als zwei Stunden Programm für Kinder von drei bis zwölf Jahren wurde geboten.

"Seit einigen Jahren kommen auch die Eltern verkleidet. Das war früher anders, aber so gibt es ein viel bunteres und damit schöneres Bild", sagt Anke Conti Mica. Die Düsseldorfer Ex-Venetia ist zusammen mit einigen weiteren Helfern für die Organisation der Kinderkarnevalssitzung verantwortlich. Ein eigenes Motto wurde den jecken Kids nicht vorgesetzt. "Das haben wir noch nie gemacht. Erwachsene brauchen schon mal Hilfestellung, Kinder nicht. Die haben ihre ganz eigenen Vorstellungen, als was sie sich verkleiden möchten", sagt Conti Mica.

Und eigene Vorstellungen vom Ablauf "ihres" Kinderkarnvals hatte auch die Orga-Crew. Nur zwei der Programmpunkte wurden von außen eingekauft. Den Großteil der Sitzung bestritten die Tonnengarde und besonders die Kindertonnengarde selbst. Wobei Sitzung der falsche Begriff ist. Die kleinen Jecken standen meist ganz dicht an der Bühne, um auch ja alles, was darauf passierte, aus nächster Nähe mitzubekommen. Und wenn sie nicht standen, dann waren sie Teil des Programms, wie beispielsweise beim Staffelwettbewerb im Sackhüpfen oder bei den Ulkereien von Clown JoJo, rannten durch die Gänge, spielten Nachlaufen oder tanzten zur nicht immer karnevalistischen Musik. Der Clown trifft die aktuellen Ansprüche der Nachwuchsnarren mit unnachahmlicher Sicherheit. "JoJo ist sozusagen ständiger Programmpunkt bei unserem Kinderkarneval. Die Kinder fragen nach ihm", so Conti Mica.

Genau wie nach den Auftritten des Zirkus Merz und Pilini. Cito Pilini zauberte unter anderem mit seinen Jonglagen Glanz in die Kinderaugen. Dass man sich beim Kinderkarneval auf den 49-Jährigen als Stimmungsmacher verlassen kann, bedingt schon eine seiner Berufsausbildungen. Pilini ist gelernter Erzieher.

Durch den Nachmittag führte nahezu souverän das Kindertonnenbauerpaar Louis Riekenbrauk und Flavia Conti Mica. Ok, ab und zu wurden die "Tollitäten" und die Tanzgarde der Kindertonnengarde von den Schlümpfen unterstützt, aber kleinere Patzer werden bis zu einem bestimmten Alter ja als "süß" bewertet.

Conti Mica steckt jede Menge Herzblut in die Kinderkarnevalssitzung, war sie doch bereits in den frühen 80er-Jahren selbst regelmäßig als Nachwuchsnärrin dabei, und in der Session 2015 ist ihre Tochter Kindertonnenbäuerin. Tochter Flavia hat jede Menge karnevalistisches Blut in den Adern und hat sich auch einiges von der Mutter und ehemaligen "Lieblichkeit der Landeshauptstadt" abgeschaut. Ihr Vater Dino ist Leiter Organisation und Sicherheit des Comitee Düsseldorfer Carneval. "Flavia war vor der Veranstaltung nicht nervös. Sie hat richtig Spaß daran. Sie wäre eher enttäuscht, wenn sie keinen Auftritt hätte", erklärt Vater Dino Conti Mica. Na, wenn da nicht die Venetia der Session 2035 ein erstes Bewerbungsschreiben abgegeben hat.

(RP)