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Düsseldorf-Niederkssel: Internationaler Kindergarten eröffnet im Mai 2020

Kita in Düsseldorf : Internationale Kita eröffnet im Mai

Auf dem 2100 Quadratmeter großen Areal sind eine Fahrradbahn und ein Obst- und Gemüsegarten geplant. Einige der 100 Plätze sind bereits vergeben. Ein Platz kostet rund 1000 Euro im Monat.

Noch stehen Peter Soliman und sein Team vor einem unverputzten Rohbau. In drei Monaten sollen auf dem 2100 Quadratmeter großen Gelände Kinder spielen. Ein Garten ist geplant. Und nicht nur das. Ein Sandkasten, eine Fahrradbahn, ein Wasserspielplatz, Spielgeräte zum Balancieren und ein Pflanzen- und Obstbeet soll es geben. Ein Landschaftsarchitekt kümmert sich um die Umsetzung.

Für diesen Kindergarten investiert die International School on the Rhine (ISR) rund 3,5 Millionen Euro. Für manche Eltern eine gute Nachricht. Denn in Düsseldorf fehlen rund 2000 Kindergarten-Plätze. Ab Mai werden es dann einige weniger sein. Der Bedarf ist sichtbar. Denn obwohl sich der Kindergarten noch in der letzten Bauphase befindet, sind einige der 100 Plätze bereits vergeben. ISR-Chef Peter Soliman: „Wir haben das große Glück, dass unser Angebot sehr gut angenommen wird. Englischsprachige Kindergartenplätze sind mit dem Vorschulprogramm, das wir anbieten, sehr gefragt. Daher freuen wir uns, dass bereits jetzt viele Familien ihren Weg zu uns gefunden haben.“

Ganz günstig ist das allerdings nicht. Rund 1000 Euro im Monat kostet ein Platz im ISR-Kindergarten. Die Betreuung fängt ab drei Jahren an und geht bis zum Schuleintritt. Einzige Bedingung: Das Kind muss windelfrei sein. 16 Mitarbeiter werden die 100 Kinder betreuen, außerdem gibt es eine Krankenschwester sowie einen Deutsch- und einen Musiklehrer. Hauptsprache ist Englisch – aber Deutsch lernen die Kinder auch. Für Menschen, die sich die Gebühr nicht erlauben können, gibt es – wie an der Schule in Neuss – sogenannte Stipendien: Eine beschränkte Anzahl von Kindern zahlt dann eine geringere Gebühr.

Apropos, Geld: Bei solch einem kostspieligen Kindergartenplatz sind die Erwartungen der Eltern entsprechend hoch. So wurde an den pädagogischen Vorstellungen lange getüftelt. Soliman: „Unser Konzept ist nicht nur auf spielerisches Lernen ausgerichtet.“ Vielmehr gehe es – ganzheitlich – auch um Charakterbildung, Motorik. „Aber auch kulturelles Verständnis runden unser Konzept ab“, sagt Soliman.

Dafür braucht es gute Erzieher. Die sind allerdings schwer zu finden – das merkt auch Peter Soliman. „Für uns gibt es hierbei noch die Besonderheit, dass wir Teammitglieder mit der Muttersprache Englisch suchen. Alle unsere Kindergärtnerinnen und Kindergärtner haben dazu einen Universitätsabschluss in Early Years Education.“ Man habe verstärkt im Ausland nach geeigneten Kräften gesucht. Soliman: „Wir sind auf einem guten Weg, freuen uns aber weiterhin über qualifizierte Bewerber.“

Der Standort Niederkassel war für den ISR-Chef „sehr naheliegend“, da viele Kinder, die in Neuss die ISR-Schule beziehungsweise den dortigen Kindergarten besuchen, mit ihren Familien im linksrheinischen Düsseldorf leben. Das Angebot richte sich – ebenso wie in Neuss – „an junge Familien, die das Angebot eines internationalen Vorschulkindergartens in Anspruch nehmen wollen – nur in Düsseldorf“, erläutert Soliman. Bei den bisherigen Anmeldungen seien viele Familien aus Deutschland dabei, aber auch zugezogene Familien aus China, Japan, Indien, Russland, der Schweiz, Moldawien, Dänemark und den USA.

Wer den ISR-Kindergarten in Neuss oder Niederkassel besucht, hat laut Peter Soliman gute Chancen, später auf die Privatschule zu wechseln. Schon jetzt macht ein Großteil der Kinder nach dem Kindergarten in der ISR-Schule weiter. Soliman: „Wir versuchen, den Übergang zur Grundschule so einfach wie möglich für die Kinder zu gestalten – auch am Neusser Standort. Daher ist zum Beispiel angedacht, dass wir mit dem Neusser Kindergarten gemeinsame Veranstaltungen feiern, die Erstklässler vielleicht sogar kennenlernen und die Kinder so spielerisch an die neue Umgebung gewöhnen.“

Von Niederkassel nach Neuss ist es natürlich nicht weit – aber für Kinder ist es eine andere Welt, die so ein bisschen näher rückt.