Niederkassel: Anwohner kritisieren Abriss älterer Häuser

Niederkassel: Anwohner kritisieren Abriss älterer Häuser

Der Bau-Boom im Lotharviertel verunsichert die Bürger. Sie beklagen den Verlust des Gemeinwohls.

Die Anwohner wehren sich gegen den Abriss älterer Häuser zugunsten von Neubauten Beispiel: Weezer Straße. Dort entsteht ein Neubau, der wegen seiner Größe in der Nachbarschaft für Unruhe sorgte. Dazu teilte die Verwaltung auf Anfrage mit, dass das Einfamilienhaus Weezer Straße 10 im Dezember 2015 genehmigt worden sei. Das Vorhaben sei im Bau und noch nicht abgeschlossen. Eine Erhaltungssatzung gebe es in diesem Bereich nicht. "Seit 2016 gibt es immer wieder Beschwerden aus der Nachbarschaft", teilt Michael Frisch, städtischer Pressesprecher mit. "Aufgrund der Beschwerden wurde die Baustelle mehrfach durch städtische Baukontrolleure überwacht. Baurechtlich wurden keine Verstöße festgestellt." Anders beim Thema Straßenraum. Frisch: "Erst kürzlich wurde dort die Örtlichkeit kontrolliert. Hierbei wurde festgestellt, dass die notwendige Restbreite der Straße für größere Fahrzeuge nicht gegeben war." Zusammen mit der Polizei sei die dort tätige Kanalbaufirma auf diesen Umstand hingewiesen worden. Im Übrigen sei eine verkehrsrechtliche Anordnung erteilt worden. Seitens der Stadt würden weiterhin Kontrollen durchgeführt.

Ist das eine Haus fast fertig, so steht ein benachbartes Gebäude mit der Hausnummer 11 in der Kritik. Auch dieses Haus, so argwöhnt die Nachbarschaft, soll vom Abriss bedroht sein. Der Verdacht basiert auf der kompletten Rodung des großen, an den Niederkasseler Deich grenzenden Grundstücks, Bäume und Büsche sind kürzlich gefällt worden. Dazu teilte das Gartenamt mit. "Eine Fällgenehmigung wird im Rahmen der Baugenehmigung erteilt. Da hier bereits Bäume ohne Genehmigung gefällt worden sind, werde derzeit in dieser Angelegenheit eine Anhörung durchgeführt.

Michael Frisch teilte auf die Anfrage, ob ein Bauantrag für das Objekt Weezer Straße 11 vorliege, mit: "Bauanträge liegen für das Grundstück Weezer Straße 18 - 24 vor. Über diese hat jedoch die Bezirksvertretung noch zu entscheiden." Das Haus mit Nummer 11 wurde nicht erwähnt.

Nun sammeln die Anwohner Unterschriften, um auf die gesamte Bau-Situation des Lotharviertels hinzuweisen. Befürchtet wird die zunehmende Versiegelung des Bodens, die bei Hochwasser schon für so manchen vollen Keller gesorgt hat. Birgit Stenger, Sprecherin der Initiative: "Wo bleibt das Gemeinwohl, der Naturschutz und die gute Nachbarschaft?" Froh sei sie, dass die "Mauer des Schweigens" langsam breche.

(hiw)