Niederkassel: Anwohner ärgern sich über Baustellen

Niederkassel: Anwohner ärgern sich über Baustellen

Seit Monaten müssen die Niederkasseler mit vielen Baustellen leben. Lärm, Gestank und Straßensperrungen machen ihnen zu schaffen. In der Kritik ist vor allem die mangelhafte Koordination der Arbeiten.

Alte Häuser werden abgerissen, neue entstehen. Allein auf der Niederkasseler Straße wird an fünf Stellen für Neubauten gebaut und gebuddelt. Dazu kommen Kanalbauarbeiten auf dem Kaiser-Friedrich-Ring (Kanalstraße) und der Quirinstraße. Letztere ist zwischen den Hausnummern 57 bis 83 komplett gesperrt.

Friedhelm Göres und Uwe Erensmann sind die vielen Baustellen ein Dorn im Auge. Sie leiden wie ihre Nachbarschaft besonders unter der Baustelle für das neue Mehrfamilienhaus Niederkasseler Straße 35. Dabei haben sie vor allem die mobile Ampel im Visier, die den Verkehr in Höhe der Grundschule regelt. Dennoch kommen sich dort Autos und Busse (Richtung Luegallee, der Gegenbus wurde umgeleitet) ständig ins Gehege. Nicht zuletzt deshalb, weil trotz absoluten Halteverbots zwischen Pastor-Zentis-Weg und Kanalstraße beidseitig geparkt wird.

Die beiden Nachbarn haben nun als unmittelbar Betroffene Vorschläge gemacht, wie das Leben mit Baustelle und Verkehr an dieser Stelle erträglicher gemacht werden könnte. "Die gelbe Haltelinie vor der Ampel sollte von unserem Mehrfamilienhaus weg Richtung Peter-Steinhauer-Weg verlegt werden", sagt Göres. Dort befinde sich eine Grünanlage, niemand werde gestört. "Jetzt stehen die Autos bei Rot mit laufendem Motor unter unseren Schlafzimmerfenstern, sind wir Lärm und Abgasen ausgesetzt", bedauern Göres und Erensmann, die die mobile Ampel nur bedingt für notwendig halten. Denn den Vorrang vor dem Gegenverkehr könnten durch ein gelbes Blinklicht und Schilder mit rot/schwarzen Pfeilen (Zeichen 307 STVO) angezeigt werden. Zur Sicherheit der Schulkinder gebe es ja die Möglichkeit, das Schultor zur Straße hin zu schließen und den Hintereingang nach Alt-Niederkassel oder zum Park hin zu öffnen.

Eine wesentliche Verbesserung, die ohne großen Aufwand verwirklicht werden könnte, wäre, die Ampel so zu schalten, dass sie nur am Tag, wenn die Schulkinder kommen und gehen, also zwischen 7.45 und 15.30 Uhr, den Verkehr regelt. Zwischen 19 und 7 Uhr sollte die Ampel abgeschaltet werden", sagt Erensmann.

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Dass das funktioniert, wurde bereits mehrfach von den Betroffenen beobachtet. "An einem Wochenende war die Ampel ausgefallen und die Autofahrer haben sich rücksichtsvoll verhalten", stellt Göres fest, der bedauert, dass seine Vorschläge bisher von der Stadt abgelehnt wurden. Schließlich müssen die Anwohner noch eine Weile mit den Baustellen leben. Denn erst Ende des Jahres soll der Neubau fertig sein.

Protest kommt auch von anderer Seite. Durch die Sperrung der Quirinstraße muss die Buslinie 833 eine Umleitung fahren. Dafür wurden Haltestellen von der Niederkasseler- auf die Schorlemerstraße und den Niederkasseler Kirchweg verlegt. Auch der Pkw-Verkehr ist davon betroffen, so dass die Anwohner dort plötzlich mit viel mehr Verkehr konfrontiert werden. Es herrschten oft chaotische Zustände. "Die Autofahrer hupen, schimpfen und manch einer ignoriert Tempo 30", klagen die Anwohner. Weder Stadt noch Polizei kümmere das. "Hier wohnen Menschen", wird appelliert und die Stadt aufgefordert, mit mehr Fingerspitzengefühl und Augenmaß bei der Genehmigung von Bauvorhaben vorzugehen.

Auf Nachfrage teilt Holger Odenthal vom Amt für Verkehrsmanagements der Stadt mit, dass die Hochbauten bereits genehmigt waren, als das Kanal- und Wasserbauamt mitgeteilt habe, dass die Kanäle dringend saniert werden müssten. Er hoffe nun, dass je nach Fortschritt der Arbeiten die Quirinstraße wenigstens teilweise freigegeben werden könne. Die Baustelle am Kaiser-Friedrich-Ring werde dann Ende Februar geräumt.

(RP)
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